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Haus-/Heim- und Wohnbedarfssparte legt beim innerstädtischen Flächenumsatz kräftig zu

Das Vermietungsjahr im Einzelhandel hat das Coronajahr 2020 erwartungsgemäß mit einem schwächeren Gesamtergebnis von 384.800 qm bei 825 Einzeldeals abgeschlossen. Laut dem aktuellen Einzelhandelsmarktüberblick von JLL gab der Umsatz im Vergleich zu 2019 damit flächenbezogen um rund 25 Prozent nach. Gleichzeitig ging die Anzahl der Mietvertragsabschlüsse um rund 28 Prozent zurück. Gleichwohl zeichnete sich zum Jahresende eine leichte Stabilisierung zum Jahresende ab. Mit einer vermittelten Reteilfläche von rund 102.000 qm ist das vierte Quartal, neben dem ersten, das umsatzstärkste 2020 und verzeichnet mit 239 Einzeldeals die meisten Abschlüsse pro Quartal. Auffallend dabei: rund 10.000 qm der vermittelten Einzelhandelsfläche gingen an Pop-Up-Stores gehen, die vor allem im vierten Quartal angemietet wurden.

Trotz des eingeschränkten Weihnachtsgeschäfts im stationären Einzelhandel konnten einige Handelsbranchen wie die Lebensmittelanbieter und die Sparte Heim-/Haus-/ Wohnbedarf gute Umsätze erzielen. Mit 97,7 Mrd. Euro fiel das Weihnachtsgeschäft insgesamt jedoch um rund 6,5 Prozent geringer aus als 2019. Durch den Lockdown verlagerte sich der Weihnachtseinkauf weiter ins Internet, wo der Weihnachtsumsatz um rund ein Drittel im Verhleich zum Vorjahr von 14,5 Mrd Euro auf 19,1 Mrd Euro anstieg.

In den Top-Ten-Standorten erreicht das Vermietungsvolumen 2020 nur noch 127.300 qm und liegt damit rund 20 Prozent unter dem 5-Jahresschnitt. Dennoch konnten Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Nürnberg ihre Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr verbessern. Auffällig dabei ist, dass die Nachfrager in Hamburg vorwiegend aus dem Lebensmittel- und Heim-/Wohnbedarfsbereich kamen. Mieter waren hier Aldi oder Edeka sowie Hardeck, der erstmals ein stationäres Möbelgeschäft in Citylage eröffnet (moebelkultur.de berichtete).

Da verschiedene Möbelanbieter ihre angestammte grüne Wiese verlassen und mit neuen Konzepten wie dem Ikea Planungsbüro, in die Innenstädte ziehen, konnte die Heim-/Haus/-Wohnbedarfssparte bei der Verteilung des Flächenumsatzes kräftig zulegen. So verdoppelte sie ihren Anteil im Vergleich zum Vorjahrjahreszeitraum auf zehn Prozent. Hervorzuheben ist hierbei auch die Anmietung von der ehemaligen Kaufhoffläche mit mehr als 15.000 qm in Bremen durch Opti Wohnwelt (moebelkultur.de berichtete). Platz eins bei der Verteilung des Flächenumsatzes belegte mit 30 Prozent die Gastronomie-/Foodbranche, die die Textilsparte auf Rang zwei verdrängte.

Die im zweiten Halbjahr 2020 erhobene Auswertung der JLL-Verfügbarkeitsquote nach Geschäftseinheiten liegt für die Big 9 Standorte unterdessen bei rund 15 Prozent - das entspricht einem Anstieg von 4,0 Prozentpunkten. Der befürchtete großflächige Anstieg der Leerstände in den Innenstädten blieb aber aus.

Die Spitzenmietpreise für die 185 von JLL untersuchen Einzelhandelsstandorte gaben im Jahresverlauf durchschnittlich um rund 2,1 Prozent nach. In den Top-Ten-Standorten blieben sie jedoch trotz Corona-Pandemie konstant. Für das erste Quartal 2021 erwartet JLL jedoch auch für die zehn deutschen Metropolen rückläufige Werte zwischen vier und acht Prozent.

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