Deutsche Polstermöbelindustrie
Gute Entwicklung im Ausland
"Unbrauchbar" – das ist das Urteil des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP) über die amtliche Branchen-Statistik des Statistischen Bundesamtes. Diese weist für die Hersteller im ersten Halbjahr 2011 einen Umsatz
"Unbrauchbar" – das ist das Urteil des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP) über die amtliche Branchen-Statistik des Statistischen Bundesamtes. Diese weist für die Hersteller im ersten Halbjahr 2011 einen Umsatz von 812 Mio. Euro aus. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von 2,46 Prozent. Der Grund für das negative Ergebnis: Für den Bericht werden die diesjährigen Umsätze von 32 Unternehmen mit denen von 37 Firmen aus 2010 verglichen. "Da das Statistische Bundesamt alle Daten vorliegen hat, müsste es kein Problem sein, die durch die neue Zuordnung aus der Nomenklatur ?Polstermöbelindustrie? ausgeschiedenen Unternehmen aus den Daten des Vorjahres heraus zu rechnen", erklärt Dr. Lucas Heumann, VdDP-Hauptgeschäftsführer. "Da dies nicht passiert, werden leider âpfel mit Birnen – also Umsätze 2011 von 32 Unternehmen mit Umsätzen 2010 von 37 Firmen – verglichen. Deshalb dürfen diese Angaben niemals im Kontext zueinander verwendet werden."
Laut dem internen Auftragspanel des Verbandes hat sich die Branche in den ersten sechs Monaten 2011 deutlich positiver entwickelt, als in der amtlichen Statistik angegeben. Demnach konnte die deutsche Polstermöbelindustrie ihre Auftragseingänge im ersten Halbjahr um 1,99 Prozent steigern. Während der Inlandsmarkt mit einem Plus von 0,5 Prozent faktisch stagnierte, zogen die Auftragseingänge im Ausland um 8,1 Prozent an. Damit liegt die Exportquote nun bei über 20 Prozent. "Während der Umsatzzuwachs z. B. in der Küchenmöbelindustrie im Inland stärker ausgefallen ist als im Ausland, verhält es sich bei der Polstermöbelindustrie exakt umgekehrt", führt Dr. Lucas Heumann fort. "Den Grund sehe ich darin, dass in der Polstermöbelindustrie in Anbetracht einer niedrigen, unterdurchschnittlichen Exportquote gerade im Ausland hohe Wachstumspotenziale bestehen. Die aktuelle Exportquote von 20 Prozent ist zwar die höchste, die für die Polstermöbelindustrie in den letzten zehn Jahren erfasst worden ist; mittelfristig muss die Branche allerdings eine Quote von 40 Prozent anstreben."
Gleichzeitig kündigte der VdDP-Chef an, dass einzelne Preiserhöhungen in der Polstermöbelindustrie unvermeidbar seien. Der Grund dafür sind die weiterhin stark ansteigenden Materialkosten, insbesondere bei Schäumen und Leder.

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