Prognosen 2018

Gute Auslandsnachfrage stützt heimische Möbelindustrie

Die „möbel kultur“ hat Experten und Interessenvertreter nach ihren persönlichen Prognosen für das Jahr 2018 gefragt. Dazu äußert sicht Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des VDM, wie folgt:

"Die Rahmenbedingungen für die deutsche Möbelindustrie trübten sich im Jahresverlauf 2017 spürbar ein. Konnten wir für das Jahr 2016 noch ein Umsatzplus von 3,2 Prozent verkünden, so lagen die Umsätze unserer Hersteller von Januar bis September 2017 mit minus 0,2 Prozent wieder knapp unter dem Vorjahresniveau. Dabei resultiert die ­Eintrübung der Branchenkonjunktur ausschließlich aus der gesunkenen Inlandsnachfrage, während das Auslandsgeschäft nach wie vor einen positiven Beitrag zur Branchenentwicklung leistet. So sank der ­Inlandsumsatz der deutschen Möbelindustrie in den ersten neun Monaten 2017 leicht um 0,7 Prozent, während der Auslandsumsatz im gleichen Zeitraum um ein Prozent zulegen konnte. Wir gehen davon aus, dass sich an dieser Zweiteilung auch im Jahr 2018 nichts ändern wird.

Die aktuell negative Nachfrageentwicklung im Inland ist in erster Linie auf den rückläufigen Wohnungsbau zurückzuführen. Weniger gebaute Wohnungen bedeuten zwangsläufig auch weniger Wohnraum zum Einrichten – fast alle Sparten der Möbelindustrie sind direkt oder indirekt von der Baukonjunktur abhängig. Trotz der hohen Konsumneigung, der niedrigen Zinsen und der geringen Arbeitslosigkeit profitiert die Möbelbranche deshalb nur unzureichend von den steigenden Einkommen der Bundesbürger. Auch wenn die gesamtwirtschaftliche Lage im Jahr 2018 nach Einschätzung der führenden Konjunkturforscher positiv bleibt, gehen wir für das kommende Jahr von einer leicht negativen Umsatzentwicklung der ­deutschen Möbelindustrie im Inland aus.

Wesentlich positiver stimmt uns die aktuelle Entwicklung der Auslandsmärkte. Fast alle großen außereuropäischen Märkte liegen derzeit deutlich im Plus. Allein die Möbelausfuhren nach China konnten von Januar bis September 2017 im Vergleich zum Vorjahr um über 20 Prozent gesteigert werden. Innerhalb der EU haben sich zumindest die größten Absatzmärkte wie Frankreich und die Niederlande wieder stabilisiert. Insgesamt dürfte der Beitrag der Auslandsmärkte zum Umsatz der deutschen Möbelindustrie im Jahr 2018 positiv bleiben und die Exportquote weiter steigen. Vor dem Hintergrund der leicht negativen ­Umsatzerwartung im Inland und der positiven im Ausland gehen wir daher für das Jahr 2018 von einer insgesamt stabilen Umsatzentwicklung der deutschen Möbelindustrie aus."

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