Gerhard Mahler wird ab Februar nur noch Möbelhausbesucher in Neu-Ulm begrüßen können.

Möbel Mahler

Großes Interesse der Tagespresse

Die Schließung der beiden Mahler-Häuser in Wolfratshausen und Bopfingen sowie der Verkauf der Immobilien an die österreichische XXXLutz-Gruppe schlägt hohe Wellen – auch in der Tagespresse und den entsprechenden Online-Plattformen. So kommentiert beispielsweise der Redakteur Volker Ufertinger auf „ovb.net“ unter der Überschrift: „Möbel Mahler schließt. Die Stadt Wolfratshausen hat drei Alleinstellungsmerkmale. Hier wohnt Edmund Stoiber, hier fahren die Flöße los – und hier ist Möbel Mahler daheim. Wenn jetzt bekannt wird, dass Möbel Mahler zum 31. Januar schließt, dann tut das weh. Es ist fast so, als würde Edmund Stoiber wegziehen oder die Flößerei eingestellt. Bis vor kurzem praktisch unvorstellbar. Und trotzdem wahr. Es gibt aber etwas weit Gravierenderes als solche möglichen Imageverluste. Das ist das Schicksal der 260 Mitarbeiter vor Ort, die kurzfristig ihren Job verlieren. Dass XXXLutz das Haus gekauft hat, gibt kaum Grund zur Hoffnung. Zum einen ist es branchenweit bekannt, dass die Österreicher knallhart agieren. Zum anderen macht es stutzig, dass das Unternehmen nur die Immobilie erworben hat – und ansonsten alles erstmal irgendwie prüfen will. Der Verdacht der Gewerkschaft, dass hier das alteingesessene Personal durch neues (und billigeres) ersetzt werden soll, liegt nahe. Es ist gut, wenn Ver.di in Wolfratshausen ganz genau hinschaut.“

Im „SWR“ rät der Ulmer Ver.di-Sprecher Rainer Dacke allen Mitarbeitern, eine mögliche Kündigung zunächst prüfen zu lassen und nichts zu unterschreiben. Dacke befürchte, dass Möbel Mahler Aufhebungsverträge machen wird, um um größere Abfindungen herumzukommen.

Und in der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt Claudia Koestler unter der Headline: Schöner kaufen statt schlafen!“: „Der Möbelgigant bot so etwas wie ein Nahversorger-Erlebnisland, nicht bloß Schränke, sondern auch Elektrogeräte bis hin zu Geschenken. Und es war ein Unternehmen, von dessen überregionaler Strahlkraft die gesamte Flößerstadt ein paar Krümel abhaben wollte. Die lebendige Altstadt Wolfratshausen weist deshalb mit Schildern Kunden darauf hin, dass man ja nach dem Kauf von Sofa, Küche, Bett oder Handtüchern auch noch einen Abstecher in die Altstadt wagen könnte.“

Das alles scheint schon bald Geschichte zu sein. Fraglich ist allerdings nach wie vor, was mit den beiden Standorten Wolfratshausen und Bopfingen nach dem Abverkauf und der Schließung passiert. Ungewöhnlich ist der Vorgang für die XXXLutz-Gruppe schon. Zwar handelten sich die Österreicher schon des öfteren für ihren Umgang mit Mitarbeitern Kritik ein, doch bislang wurde die Belegschaft nach einer Übernahme immer weiter beschäftigt. Dass XXXLutz jetzt nur die Immobilien erwirbt, ist eine neue Variante.

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