Bremen
Große Wilhelm Wagenfeld-Retrospektive
Mit der umfassenden Jubiläumsausstellung "Wilhelm Wagenfeld – Weiterwirken in die Zeit hinein. Retrospektive zum 110. Geburtstag." ehrt die Wilhelm Wagenfeld Stiftung vom 16. April bis zum 12. September 2010 das
Mit der umfassenden Jubiläumsausstellung "Wilhelm Wagenfeld – Weiterwirken in die Zeit hinein. Retrospektive zum 110. Geburtstag." ehrt die Wilhelm Wagenfeld Stiftung vom 16. April bis zum 12. September 2010 das Lebenswerk ihres Namensgebers im Bremer Wilhelm Wagenfeld Haus. Erstmalig können die Besucher das in seiner Qualität und Vielfalt beeindruckende Werk des bedeutendsten deutschen Industriedesigners in all seinen Facetten erleben: von der ersten Skizze bis zur ausgefeilten Werbung und Verpackung. Denn für das Jubiläum des in Bremen geborenen Gestalters hat die Wilhelm Wagenfeld Stiftung ihre in den vergangenen 15 Jahren bedeutend gewachsene Sammlung von Originalen und Dokumenten für die Besucher ganz neu aufbereitet.
Die Jubiläumsausstellung vereinigt dabei viele selten gezeigte und aus zahlreichen Museen zusammengetragene Leihgaben, darunter auch nur noch als Einzelstücke erhaltene Objekte: Dazu gehören die allerersten Arbeiten aus der Metallwerkstatt am Bauhaus Weimar (1923/24) – wie zum Beispiel die aus Kupfer gehämmerte Mokkamaschine oder die erste Bauhausleuchte (Metallversion), an deren Unterseite noch der Zirkelschlag des Gestalters zu sehen ist.
In Wagenfelds Arbeit stand nie "seine" Entwurfsidee, sondern immer der Nutzen für den späteren Käufer im Mittelpunkt. Die Produkte sind heute Klassiker, ob es sich nun um die berühmte Bauhausleuchte, die Salz- und Pfefferstreuer "Max und Moritz" für WMF oder sein Jenaer Teeservice handelt. Dabei sind Wagenfelds Herangehensweise und seine Grundprinzipien aktueller denn je, besonders in der Frage nach der kulturellen und sozialen Relevanz von Industrieerzeugnissen.
Die Ausstellungsgestaltung unterstützt das Erfassen dieser komplexen Zusammenhänge, indem sie die Entwürfe mit den Dokumenten aus den Schaffensperioden der 1920er bis 1970er Jahre in den jeweiligen Räumen des Wilhelm Wagenfeld Hauses in eigens entworfenen Großvitrinen zusammenfasst. So behalten die Exponate ihren seriellen Charakter, ohne dass der einzelne Entwurf sein Gewicht verliert. Beispielgebende Produkte jedes Jahrzehnts werden besonders beleuchtet und durch eine spannende Audioführung in Form von Interviews erläutert.
Schließlich vermittelt die Jubiläumsschau mit originalen Lebenszeugnissen Wilhelm Wagenfelds – wie zum Beispiel Briefen, Fotos, persönlichen Dokumenten, Bewerbungen, Auszeichnungen und Urkunden, die seine Familie erstmals für diesen Anlass bereitgestellt hat – ein privates Bild seiner Persönlichkeit, seines Werdegangs und seines Wirkens als Pädagoge.

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