Warum musste Dr. Gunnar George bei Möbel Kraft gehen? Das ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Dr. Gunnar George

Großangelegte Hausdurchsuchungen

Gut ein Jahr nachdem Dr. Gunnar George und zwei weitere ehemalige leitende Angestellte von Möbel Kraft überraschend gehen mussten, steht noch immer der Verdacht der Untreue und des Betrugs im Raum. Wie die „Kieler Nachrichten“ schreiben, wurde am Freitag bei 19 großangelegten Hausdurchsuchungen in Berlin, Hamburg und im Kreis Segeberg umfangreiches Beweismaterial sichergestellt wie EDV-Geräte, Unterlagen, Notizbücher und Emails. „Jetzt wird das große Auswerten beginnen. Das wird etwas länger dauern“, erläuterte Oberstaatsanwalt Axel Bieler dem Blatt.

Und er führt fort: „Es gibt fünf Komplexe, die wir untersuchen.“ Unter anderem der Verkauf von Georges Dienstwagen, einem 5er BMW an dem sich der ehemalige Möbelhaus-Chef bereichert haben soll. Außerdem werde ermittelt, ob er finanzielle Vorteile aus dem großangelegten Weihnachtsbaumverkauf auf dem Möbel-Kraft-Gelände gezogen hat. Darüber hinaus stehen Fahrzeuggeschäfte, Spesenabrechnungen und Planungen für einen nicht realisierten Vergnügungspark auf der Prüfliste. „Der Tatzeitraum reicht von 2012 bis 2015.“

Neben George stehen sieben weitere ehemalige Möbel-Kraft-Mitarbeiter sowie Angestellte von Geschäftspartnern im Visier der Ermittler. Bei manchen wegen des Verdachts auf Betrugs, bei anderen wegen einer möglichen Untreue. „Es geht immer um die Abrechnung“, erklärt Bieler.

Die Auswertung des beschlagnahmten Materials wird nun einige Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch zeigte sich der Oberstaatsanwalt optimistisch, dass noch in diesem Jahr eine Entscheidung fällt, ob Anklage erhoben wird.

Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte Kurt Krieger. Der ehemalige Arbeitgeber von George hatte seinen Ex-Manager angezeigt und der Staatsanwaltschaft umfangreiches Beweismaterial übergeben. Zu den Gründen für die Trennung wollten sich Krieger und George nie äußern. Krieger zeigte sich jedoch enttäuscht und erklärte im vergangenen Jahr gegenüber den „Lübecker Nachrichten“: "Damit hat keiner gerechnet. Auch mich traf das wie ein Blitz aus heiterem Himmel." George galt intern als Kriegers Ziehsohn, nachdem er 2004 das in Schieflage geratene Möbelhaus übernommen hatte.

Gunnar George zeichnet seit März 2015 als Geschäftsführer von Kika/Leiner verantwortlich.

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