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GPK-Umsätze verlagern sich weiter zum Distanzhandel

2019 war für die GPK-Branche kein Wachstumsjahr, vielmehr schloss der Markt für Dining, Cooking und Decorating gerade mal mit einer schwarzen Null. Vor allem der Bereich Cooking, bislang das „Zugpferd“, hat Umsatz verloren. Obwohl die VK-Werte beispielsweise für Koch-/Backgeschirre und Pfannen (durchschnittllich 10,63 Euro in 2019) durchaus gestiegen sind - immerhin um 4,1 Prozent gegenüber 2018 und 12,5 Prozent gegenüber 2010. Auch der Bereich Dining legte 2019 zu (+0,7%), im Vergleich zu Porzellan und Bestecke gilt dies jedoch allenfalls für Trinkgläser.

Wie die aktuelle Entwicklung einzuordnen ist und welche Prognosen sich bis zum Jahr 2028 ergeben, zeigt der „Branchen-Report GPK/Haushaltswaren 2020“, den jetzt das Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstitut Marketmedia24 herausgegeben hat. Teil der Studie ist ebenso eine Retrospektive in Form einer 10-Jahres-Betrachtung, wobei das Marktvolumen 2019 mit einem Bruttoumsatz von 8,749 Mrd. Euro nur um drei Prozent über dem von 2010 liegt.

Für die deutsche Industrie führen Steuerlasten, hohe Energie- sowie Lohnzusatzkosten zu Wettbewerbsnachteilen und treiben den Importindex für Dining, Cooking und Decorating weiter in die Höhe. Insbesondere Wohnaccessoires und Geschenkartikel, bei denen die Preissensibilität besonders hoch ist, tragen immer seltener das „Made in Germany“-Zeichen. Da Wert- und Weniger-ist-mehr-Gedanken nicht auf breiter Front zum Tragen kommen, bewegt sich bei Decorating das entsprechende Umsatzvolumen 2019 nicht einmal auf dem Level von 2010.

Hoher Wettbewerbsdruck herrscht auch auf der Vertriebsseite. In der Folge verschwinden Geschäfte bzw. das Flächenangebot verringert sich. Hersteller reagieren auf diese weißen Flecken mit eigenen Shop-Konzepten sowie Markenshops im Internet bzw. auf Plattformen. Auf der anderen Seite sucht der inhabergeführte Fachhandel nach neuen kreativen Geschäftsmodellen. Denn auch 2019 zählte der einst unangefochtene Hauptvertriebsweg mit 2,6 Prozent Umsatzrückgang zu den Verlierern. Der Siegeszug des Distanzhandels, dessen Umsatzvolumen von 2010 bis 2019 um über 60,2 Prozent zulegte, macht ebenso Möbelhandel, Warenhäusern, SB-Warenhäusern/Verbrauchermärkten und Lebensmittelhandel zu schaffen.

Treffen die dem Expansionsszenario zugrunde liegenden Annahmen zu, dann steigt das Marktvolumen bis 2028 auf rund 9,8 Mrd. Euro, und der Fachhandel kann davon ausgehen, dass sich seine Anteilsverluste umsatzmäßig abmildern. Die expandierenden Handelsformate werden allerdings verstärkt zulegen.

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