Horst Wiedmann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die zahlreichen Krisenherde rund um den Globus "die Unternehmen verunsichern und für zu viel Psychologie im Markt sorgen".

Sourcing

Globale Krisen fordern den Einkauf heraus

Die Abschwächung des Wachstums in China, die Fragilität der Schwellenländer und zunehmend volatile Märkte: Wachsende geopolitische Spannungen haben den Beschaffungsabteilungen in diesem Jahr zugesetzt. Deshalb diskutieren 2.000 Einkaufsmanager noch bis zum 14. November auf dem 49. BME-Symposium Einkauf und Logistik in Berlin über Anforderungen und Potenziale in der Beschaffung.

Horst Wiedmann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die zahlreichen Krisenherde rund um den Globus "die Unternehmen verunsichern und für zu viel Psychologie im Markt sorgen". Die Folge: Geplante Sourcing-Projekte würden auf Eis gelegt und Investments zurückgestellt. Viele Einkäufer blickten deshalb mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr. Einerseits schrumpften die Auftragseingänge in den Betrieben und gefährdeten damit die Umsatzziele. Andererseits profitiere der Einkauf durch die seit Monaten sinkenden Rohstoffpreise und könne dadurch einen aktiven Beitrag zur Kostendämpfung im Unternehmen leisten.

Angesichts einer sich nur zögerlich erholenden Weltwirtschaft müssten sich insbesondere Einkäufer und Supply-Chain-Manager mehr denn je als kompetente Geschäftspartner nach innen und nach außen positionieren. Sie sollten sich zudem mit der zunehmenden internationalen Verflechtung der Wirtschaft intensiv auseinandersetzen. Wiedmann: "Durch die voranschreitende Internationalisierung der Geschäftswelt werden externe Beschaffung und Lieferantenmanagement deutlich an Bedeutung gewinnen. Bisher sind die Unternehmen erfolgreich am Markt gewesen, die intern über die besten Fähigkeiten verfügten. Künftig sind es die Firmen, die die attraktivsten Geschäftspartner auswählen und dauerhaft an sich binden." Der Einkauf brauche zudem qualifizierte und verlässliche Lieferanten in den Wachstumsregionen jenseits der traditionellen Märkte in Deutschland und Europa, die genau dort und genau dann bereitstehen, wo und wann sie gebraucht werden.

Transparenz über die Gesamtheit materialwirtschaftsrelevanter Kennzahlen, also nicht nur über die Preisentwicklung, sei die Voraussetzung für strategische Entscheidungen im Unternehmen. Wiedmann: "Wenn Einkaufsorganisationen nicht wissen, wo sie stehen, können sie sich auch nicht verbessern. Der BME analysiert deshalb bereits seit acht Jahren den Wertbeitrag des Einkaufs mittels Kennzahlen. Er unterstützt damit die nachhaltige Entscheidungsfindung im operativen und strategischen Einkauf der Firmen."

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