Steinhoff

Gläubiger warten auf konkrete Auskunft

Der ins Wanken geratene Möbelriese Steinhoff kann seinen Gläubigerbanken bislang noch keine Auskunft über den wahren finanziellen Zustand des Unternehmens geben. Die von außen eingesetzten Prüfer stünden laut des Konzerns erst am Anfang ihrer Arbeiten. Kurz nach dem seit Tagen angekündigten Banken-Meeting in London meldete sich Steinhoff dann mal wieder selbst zu Wort. Allerdings nicht um das Ergebnis der Sitzung mitzuteilen, sondern lediglich um eine Audiopräsentation auf der Unternehmens-Homepage zur Verfügung zu stellen. Über die wahre Finanzsituation wird jedoch kein Wort verloren. Die Lage bleibt also weiter undurchsichtig, eine zuverlässige Cash-Flow-Prognose gibt es ebenfalls nicht.

Auch im Rechtsstreit mit dem ehemaligen Joint-Venture-Partner Dr. Andreas Seifert gibt es keine Neuigkeiten. Ein Gericht in Amsterdam hat seine Entscheidung verschoben – auf den 22. Januar. Das Gericht sehe sich noch nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, hieß es am Mittwochabend in einer Mitteilung aus Südafrika.

Die Steinhoff-Aktie hat seit dem Bekanntwerden des Skandals einen Großteil ihres Werts verloren und wird derzeit nur zu Cent-Beträgen (aktuell 0,26 Euro) gehandelt. Der neue Konzernchef Danie van der Merwe ringt nun mit Geldgebern um Kreditlinien.

Derweil ist laut „Handelsblatt“ am Frankfurter Landgericht in dieser Woche die erste Klage eines Anlegers eingegangen, der einen wirtschaftlichen Schaden aus dem Erwerb von 2000 Steinhoff-Aktien in Höhe von rund 10.000 Euro erlitten hat – weitere dürften folgen.

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