Grüne Erde

Gesundes Wachstum

Grüne Erde steht für eine andere Art des Wirtschaftens, die nicht minder erfolgreich ist: Der Öko-Pionier aus dem oberösterreichischen Almtal konnte den Umsatz von 37,7 im Vorjahr auf 39,7 Mio.

Grüne Erde steht für eine andere Art des Wirtschaftens, die nicht minder erfolgreich ist: Der Öko-Pionier aus dem oberösterreichischen Almtal konnte den Umsatz von 37,7 im Vorjahr auf 39,7 Mio. Euro (+6,4%) steigern, das Ergebnis vor Steuern wuchs von 555.000 auf 956.000 Euro (+72%). Der Ertrag soll nun in die Mitarbeiter, die Flüchtlingshilfe und das Unternehmen investiert werden.

Der Zuwachs zieht sich quer durch alle Produktsortimente (Naturkosmetik +9,6%, Mode +7,8%, Möbel, Matratzen, Schlafen und Heimtextilien +6%) und über alle drei Vertriebskanäle (Katalogversand, Onlineshop +8,6% sowie 14 eigene Shops in Österreich und Deutschland +8,7%). „Wir haben viel Zeit, Energie und Geld in die Produkte, die Produktion und den Vertrieb investiert“, erklärt Reinhard Kepplinger und verweist auf Produktneuheiten wie die ,Himmlische Wolke Premium', die moderne Webshop-Plattform oder die neu gestalteten Schlafwelten in Wien und München. „Wir sind eine der wenigen Firmen, die sich derzeit trauen zu investieren, weil wir von Banken unabhängig sind."

Möglich ist dies unter anderem dank des Erfolgs des Beteiligungsmodelles: Seit Mai 2013 haben rund 1.200 Kundinnen und Kunden dem Unternehmen etwa 8,5 Mio. Euro in Form von nachrangigen Darlehen zur Verfügung gestellt. Dadurch konnte die Grüne Erde ihren konsolidierten Eigenkapitalanteil auf 57,5% steigern. „Durch Crowdfunding sind wir von den Restriktionen der Banken nicht mehr beeinträchtigt, sondern können darauf schauen, was an Investitionen notwendig und sinnvoll ist“, sagt Reinhard Kepplinger. Als konkretes Beispiel nennt er die generalsanierte Tischlerei Terra Möbel in Kärnten, deren Sanierungskosten von etwa 2 Mio. Euro zur Hälfte durch die Kundendarlehen finanziert wurden.

Generelles langfristiges Ziel ist eine stabile, organische Entwicklung des Unternehmens. „Das bedeutet ein durchschnittliches Wachstum von 7 bis 10 Prozent pro Jahr“, erläutert Reinhard Kepplinger seine durchaus ehrgeizige Vorstellung von einem „gesunden Wachstum“. „Zudem wollen wir natürlich durch unser Beispiel Einfluss nehmen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft, um zu zeigen, dass eine Form des ökonomischen Handelns möglich und erfolgreich ist, die sowohl dem Menschen als auch der Natur gerecht wird.“

Als konkreten Schritt in diese Richtung haben sich die beiden Eigentümer – Reinhard Kepplinger und Kuno Haas – Regeln auferlegt, wie die Erträge des Unternehmens verwendet werden sollen. Neu sind die Gewinnausschüttungen an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Höhe von 10 Prozent des EGT vor Steuern. Zudem investiert das Unternehmen mindestens 5 Prozent des Jahresergebnisses in Gemeinwohlaktivitäten, die nicht direkt dem Unternehmenszweck dienen. Aktuell fließt dieses Geld – insgesamt etwa 50.000 Euro – in Form von Sach- und Geldspenden in die Flüchtlingshilfe: zum Beispiel in das Projekt „Dach über dem Kopf“ des Vereins SOS Menschenrechte in Linz und das Flüchtlingsheim der Volkshilfe in Scharnstein, also dort, wo Grüne Erde seinen Firmensitz hat. „Diese Aktivitäten ergeben sich als Auftrag aus unserer Firmenphilosophie“, erklärt Reinhard Kepplinger. „Wir verfolgen nicht ein rein wirtschaftliches Ziel, sondern wollen mithelfen, die Welt zu verbessern. Und da gehört das soziale Engagement dazu.“