Ada-Vorstand Gerhard Vorraber: „Momentan ist die Rohstoffbeschaffung in allen Bereichen schwierig."

Die Lage in Österreich - Teil 3

Gerhard Vorraber: "Bei Schaumstoff und Holzwerkstoffen gibt es massive, kurzfristige Lieferengpässe"

Auch unser Nachbarland Österreich kämpft mit den weierhin anhaltenden Auswirkungen der Pandemie auf die gesamte Wertschöpfungskette. Die „möbel kultur“ hat bei den österreichischen Branchengrößen nachgefragt, wie sie mit Rohstoffengpässen, Preissteigerungen und Lieferzeitverzögerungen umgehen.

Im driten Teil der Österreich-Serie gibt Ada-Vorstand Gerhard Vorraber eine Lagebeschreibung aus der Alpenrepublik.

möbel kultur: Herr Vorraber: Wie sind die Geschäfte 2021 bisher gelaufen? Denn auch in Österreich waren die Läden lange zu.

Gerhard Vorraber: Nach der Wiedereröffnung der Geschäfte in Österreich konnten wir seit Februar einen starken Auftragseingang verzeichnen.

möbel kultur: Wie steht es um die Holzkapazitäten und um die Holzpreise?

Gerhard Vorraber: Wie alle Marktbegleiter in der Branche spüren auch wir die Auswirkungen am Beschaffungsmarkt. Die Situation bleibt nach wie vor angespannt, wodurch wir mit massiven Preissteigerungen und kurzfristigen Lieferengpässen konfrontiert sind. Diese höheren Kosten können wir nur teilweise an unsere Kunden weitergeben, sondern tragen sie zum Großteil selbst. Durch die laufenden Schwankungen in der Lieferkette wird auch unsere Produktion vor Herausforderungen gestellt.

möbel kultur: Beobachten Sie Materialengpässe in der österreichischen Industrie? Sind die Produktionen beeinträchtigt? 

Gerhard Vorraber: Momentan ist die Rohstoffbeschaffung in allen Bereichen schwierig, speziell aber beim Schaumstoff und den Holzwerkstoffen gibt es massive, kurzfristige Lieferengpässe. Unsere Produktion ist dadurch sehr gefordert. Wir legen großen Wert darauf, die Lieferzeiten so gut wie möglich einzuhalten, aber Aufträge müssen oft kurzfristig umgeplant und Überstunden gemacht werden. Mit unserem Team konnten wir bislang flexibel reagieren, aber die Situation ist belastend, da langfristige Planungen nicht möglich sind.

möbel kultur: Wie entwickeln sich die Lieferzeiten?

Gerhard Vorraber: Die Lieferzeiten werden aktuell von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Längere Zeiträume in der Materialbeschaffung, Ausfälle bedingt durch die Covid-Situation und ein hoher Auftragseingang haben Auswirkungen auf die Lieferzeiten von aktuellen Bestellungen. Durch die langjährigen Partnerschaften mit unseren Vorlieferanten wurde gewährleistet, dass wir die Lieferzeiten in einem angemessenen Rahmen halten konnten.

möbel kultur: Wie ist Ihre Prognose für den weiteren Jahresverlauf?

Gerhard Vorraber: Am Rohstoffmarkt bleibt die Situation in den nächsten Monaten sicher noch angespannt. Wir hoffen natürlich, dass sich die Rohstoffpreise wieder stabilisieren und kürzere Lieferzeiten wieder möglich sind. Nachdem der Handel in Österreich aber früher als in anderen Ländern geöffnet hat, konnten wir in unserem Kernmarkt in Österreich von einer guten Auftragslage profitieren, die uns positiv für den weiteren Jahresverlauf stimmt.

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