Alno/Casawell

Fusion zum Küchen-Multi

Vorausgesetzt das Kartellamt stimmt zu, entsteht in naher Zukunft mit dem Zusammenschluss von Alno und Casawell einer der größten Küchenmöbelhersteller der Welt. Gesamtumsatzvolumen: 685 Mio. Euro. Mitarbeiter: über 3.000. Im

Vorausgesetzt das Kartellamt stimmt zu, entsteht in naher Zukunft mit dem Zusammenschluss von Alno und Casawell einer der größten Küchenmöbelhersteller der Welt. Gesamtumsatzvolumen: 685 Mio. Euro. Mitarbeiter: über 3.000. Im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterten die Unternehmensspitzen gestern die Einzelheiten der Fusion. Wie Dr. Frank Gebert, Vorstandvorsitzender der Alno AG, erklärte, übernimmt Alno 100 Prozent der Geschäftsanteile von Casawell. Im Gegenzug erhält Whirlpool 10 Prozent vom Grundkapital der Alno AG. Zudem wurde ein Belieferungsvertrag mit Whirlpool geschlossen. Bislang gibt es keine Informationen, wie Hans-Dieter Wellmann bei dem Deal abgeschnitten hat und welche Rolle er künftig im Konzern spielen wird.
Der neue Küchen-Multi will vor allem Synergien in Produktion, Einkauf, Transport und Verwaltung nutzen, um künftig erfolgreich zu wirtschaften. So wird in erster Linie in der Administration in Enger sozialverträglich abgespeckt werden. Denn die zukünftige Konzernzentrale hat ihren Sitz in Pfullendorf. Aber: Casawell bleibt als Tochterunternehmen unternehmerisch selbstständig mit Markus Ferstera an der Spitze. Zu weiteren Personalfragen wollte man sich bisher nicht äußern. Zudem wird sich Alno aufgrund bisheriger Auslastungsprobleme dann als Bauteilezulieferer für Casawell betätigen und will auch für weitere Teile der Möbelindustrie auf dieser Klaviatur mitspielen.
Nachdem im letzten Jahr sowohl Alno als auch Casawell ihr Portfolio in Sachen Tochterfirmen kräftig verkleinerten, sollen die nun noch bestehenden Marken aber fortgeführt werden. Denn: "Der Kunde kann dann aus dem größten Küchenangebot der Welt seine individuelle Küche aussuchen und planen", so Gebert.
Überraschend: Bereits seit einem Jahr wurde der Coup systematisch und unter äußerster Geheimhaltung geplant. Drei verschiedenen Beratungsgesellschaften waren involviert.