IFH-Branchenstudie

Für jeden Fünften wird der Online-Möbelkauf alltäglich

Das Institut für Handelsforschung (IFH) taxiert das Online-Handelsvolumen im Bereich Wohnen & Einrichten (inkl. Fachsortimente) auf mehr als 2,8 Mrd. Euro. Während Wohnaccessoires bereits seit einiger Zeit zu den etablierten

Das Institut für Handelsforschung (IFH) taxiert das Online-Handelsvolumen im Bereich Wohnen & Einrichten (inkl. Fachsortimente) auf mehr als 2,8 Mrd. Euro. Während Wohnaccessoires bereits seit einiger Zeit zu den etablierten Online-Sortimenten gehörten, werde nun auch der Teilmarkt Möbel online erobert. Für das laufende Jahr rechnen die IFH-Experten daher mit einem Anstieg bei Möbeln von über 40 Prozent auf knapp 900 Mio. Euro. Das IFH ist damit deutlich zurückhaltender als der bvh (Bundesverband des Deutschen Versandhandels), der das Marktvolumen von Möbeln im Internet 2012 bereits bei 1,23 Mrd. Euro einordnete. Allerdings legt der bvh auch eine andere Erhebungsmethodik zugrunde.
Bei aller Zahlenklauberei steht aber fest, dass sich der Markt für Möbel im Internet weiter dynamisch entwickelt: "Seit 2009 ist der Online-Markt für Möbel kontinuierlich gewachsen. Der noch unterdurchschnittliche Online-Anteil in der Branche weist darauf hin, dass das Ende des Wachstums noch lange nicht erreicht ist. Der Online-Vertrieb von Möbeln weist enormes Potenzial auf", so Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln. Die Online-Umsatzbringer der Branche seien mit 23 Prozent Marktanteil aktuell Tische, Stühle und Bänke vor Schlafzimmermöbeln (16,6 %).
Dass dem weiteren Wachstum des Online-Möbelmarktes nichts im Wege stehe, zeigten auch die Ergebnisse der für die Studie durchgeführten Konsumentenbefragung. Demnach gehen insgesamt rund 60 Prozent der Befragten davon aus, dass der Online-Kauf von Möbeln zukünftig genauso alltäglich sein wird, wie heute Schuhe oder Kleidung online geshoppt werden. Rund jeder fünfte Verbraucher stimmt dem sogar voll und ganz zu. Lediglich rund 16 Prozent der Befragten können sich eher weniger vorstellen, dass das Möbel-Shopping online selbstverständlich wird.
Aus Konsumentensicht ist der Möbelkauf online demnach eine echte Alternative zum stationären Handel – und das, wo in dieser Branche Haptik und Produktpräsentation eine besonders große Rolle spielen. "Hier gilt es sowohl für Online-Händler als auch für stationäre Händler, die Vorzüge des jeweiligen Kanals herauszuarbeiten, um Kunden auch zu treuen Fans zu machen. Nur über den Preis wird sich kein Möbelhändler online langfristig differenzieren können", so Hansjürgen Heinick.