Mittelstandsverbund ZGV

Forderungen nach einer sozialen Datenökonomie

Daten sind die Zukunftswährung. Der Umgang damit stand im Fokus des diesjährigen Mittelstandsgipfels "Peak", der diesen Namen verdiente. Mehr als 200 renommierte Persönlichkeiten und Koryphäen aus Politik und Mittelstand waren am 15. Mai nach Berlin gekommen, um über aktuelle Herausforderungen im kooperierenden Mittelstand zu diskutieren. Dazu gab es viel kompetenten Input. „Wenn Marktmacht Wettbewerb behindert, brauchen wir Wege, um Daten zugänglich zu machen“ erklärte Key-Note-Speaker und Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD). Marktwirtschaft brauche einen Ordnungsrahmen. „Wir kennen das klassische Kartellrecht. Ich glaube, dass wir das auf europäischer Ebene erneuern müssen. Daten sind die neue Währung. Daher brauchen wir so etwas wie ein Datenkartellrecht und ein Level Playing Field“, so Heil, der die Vorschläge der EU-Kommissarin Vestager dazu guthieß. Diese hatte schärfere Regeln gefordert, um die Marktmacht großer Unternehmen einzugrenzen. Marktbeherrschende Firmen sollten zur Weitergabe der von ihnen gesammelten Daten verpflichtet werden. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des Digitalkapitalismus begrüßt Der Mittelstandsverbund grundsätzlich den Vorschlag der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles, Daten als Gemeingut im Rahmen genossenschaftlicher Eigentümerstrukturen zu teilen und hat eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Möglichkeiten und Vorteile einer gemeinschaftlichen Datennutzung analysiert und dabei den genossenschaftlichen Ansatz näher bewertet.

Auch auf das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Arbeitszeit-Erfassung ging Heil ein und betonte, dass er bei der Umsetzung einen gewissen Spielraum sehe. „Ich will mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften das Urteil auswerten. Wir werden verhältnismäßige Regelungen hinbekommen und einerseits die Arbeitnehmerrechte schützen und andererseits unnötige Bürokratie vermeiden“, so Heil.

Der Bundesarbeitsminister mahnte angesichts rasanter Veränderungen durch die Digitalisierung zu mehr Weiterbildung. "Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt verändern", so Heil. „Die gute Nachricht ist aber, dass die Arbeit uns in den nächsten Jahren nicht ausgehen werde, aber es dann eine andere Arbeit ist. 1,3 Millionen Arbeitsplätze werden wegfallen, demgegenüber können 2,1 Millionen neu entstehen. Beschäftigte dürfen keine Scheu vor Weiterqualifizierung oder auch einmal Umschulung haben.“, appellierte der Bundesarbeitsminister. Er kündigte an, im Juni die Nationale Weiterbildungsstrategie vorzustellen.

„Digitalisierung und Qualifizierung gehören zusammen. Das ist eine Frage des Mindsets“, erklärte der wiedergewählte Mittelstandsverbund-Präsident Günter Althaus. Der Arbeitsmarkt habe sich bedeutend verändert. „Wir bewerben uns auf die Mitarbeiter und müssen Voraussetzungen schaffen, damit diese „ja“ zu uns sagen. Wir befinden uns in einem Kampf um die Talente“, so Althaus weiter. Die Verbundgruppen seien die Infrastrukturgeber des Mittelstandes und müssten sich zu dieser Daseinsberechtigung bekennen. Zudem werde die Zusammenarbeit der Verbünde gerade auch auf europäischer Ebene immer wichtiger. „In Brüssel werden Entscheidungen getroffen, bevor sie Gesetzescharakter bekommen. Hier müssen wir als kooperierender Mittelstand präsent sein“, appellierte Althaus.

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