Flechtatelier Schütz meldet Insolvenz an

Schon wieder hat es einen Traditions-Möbelhersteller aus Oberfranken getroffen: Gestern musste Kurt Schütz jun. beim Amtsgericht Coburg Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens für das Flechtatelier Schütz stellen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter

Schon wieder hat es einen Traditions-Möbelhersteller aus Oberfranken getroffen: Gestern musste Kurt Schütz jun. beim Amtsgericht Coburg Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens für das Flechtatelier Schütz stellen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Thomas Linse bestellt. Eine Sanierung des Rattan- und Flechtmöbelproduzenten sei eher unwahrscheinlich, so Linses Einschätzung gegenüber dem "Fränkischen Tag". Bis Ende August sind die Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter durch die Agentur für Arbeit abgesichert – erst danach werde mit einer Entscheidung über die endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu rechnen sein.
Das Flechtatelier Schütz wurde 1960 in Lichtenfels durch Kurt Schütz senior gegründet, im Jahr 2000 übernahm dann sein Sohn die Geschäftsführung des Unternehmens. Seit zwei Jahren setzte Schütz jun. neben den hochwertigen Flechtmodellen zudem auf eine preisgünstigere Möbelkollektion – nicht in Oberfranken, sondern in Indonesien gefertigt. Für das Design vieler Produkte zeichnete Schütz Schwester Barbara Crettaz verantwortlich. Aber auch einige namhafte Designer, wie zuletzt Luigi Colani, der auf der "imm cologne 2006" eine Rattan-Glas-Kollektion präsentierte.
Bereits in den vergangenen Jahren musste sich Schütz durch massive Umsatzeinbrüche von Mitarbeitern trennen. Vor zehn Jahren beschäftigte der Produzent rund 220 Mitarbeiter plus Subunternehmer, im April 2005 waren es nur noch 160 und zuletzt 120. Im letzten Jahr betrug der Umsatz 8 Mio. Euro – 1997 wurde er noch mit 43 Mio. DM angegeben.