Nici

Firmengründer verhaftet – offenbar Bilanzfälschung im ganz großen Stil

"So etwas haben wir noch nicht erlebt", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Wochenend-Ausgabe einen Gläubiger, nachdem der Insolvenzverwalter Michael Jaffé erste Erkenntnisse der Nici-Pleite vorlegte. Das WM-Maskottchen "Goleo" war

"So etwas haben wir noch nicht erlebt", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Wochenend-Ausgabe einen Gläubiger, nachdem der Insolvenzverwalter Michael Jaffé erste Erkenntnisse der Nici-Pleite vorlegte. Das WM-Maskottchen "Goleo" war offenbar nur der Auslöser für den Fall des Plüschtierherstellers aus Altenkunstadt, der mit "Nici Home" auch in Möbel macht. Nach ersten Erkenntnissen von Jaffé, Polizei und Staatsanwaltschaft soll Firmengründer Ottmar Pfaff mit Luftbuchungen eine bizarre Scheinwelt erschaffen haben, die mindestens halb so groß ist wie das reale Nici-Imperium – 2000 Scheinrechnungen mit einem Wert von rund 55 Mio. Euro stehen im Raum. Laut "Spiegel Online" sitzt der Ex-Manager dafür seit dem Wochenende in Haft und soll die Bilanzfälschungen auch bereits im großen Umfang gestanden haben. Dabei beteuerte Pfaff zwar, dass alles Geld wieder in die Firma geflossen sei, nach Recherchen der "SZ" sind sich die Fahnder aufgrund von Zahlungsströmen nach Asien da aber noch nicht so sicher.
Besonders tragisch: Fast alle Mitarbeiter hatten ihren Jahresbonus in Aktien ihres Arbeitsgebers investiert, Freunde und Verwandte dazu ermuntert, ebenfalls einzusteigen. Führungskräfte nahmen teilweise sogar Kredite auf, um zwischen 64.000 und 320.000 Euro in die Firma zu stecken. Nun sind die Aktien so gut wie nichts mehr wert, viele stehen vor dem Ruin.
Insolvenzverwalter Jaffé ist trotzdem zuversichtlich, dass es bei Nici weitergehen kann, denn der Hersteller hätte genug Substanz. Grotesk: Der Anwalt glaubt, dass es der Scheinrechnungen gar nicht bedurft hätte, um das Unternehmen wirtschaftlich zu führen.