Blickfang Hamburg
Festivalstimmung trotz Besucherrückgangs
Taschen, bei denen Teile farblich "umgezippt" oder kleine Taschen "rein- und rausgezippt" werden (Sumday), klappbare Holzstühle mit Armlehnen (Klemens Grund) oder ein zerlegbarer Tisch, dessen Rundstabbeine mit Magneten halten (Kommod)
Taschen, bei denen Teile farblich "umgezippt" oder kleine Taschen "rein- und rausgezippt" werden (Sumday), klappbare Holzstühle mit Armlehnen (Klemens Grund) oder ein zerlegbarer Tisch, dessen Rundstabbeine mit Magneten halten (Kommod) – auch bei der fünften Blickfang in Hamburg gab es viel Kreatives zu entdecken. 8.700 Hanseaten kamen auf der Suche nach neuen Lieblingsstücken am vergangenen Wochenende in die Deichtorhallen. Die Designpreis-Jury um Blickfang-Kuratorin Inga Sempé kürte mit dem Münchener Label Lieblingslicht und dem Schmuck-Label Dubaruba der gebürtigen Wienerin Adiam Emnay zwei Gewinner, die erstmals in Hamburg dabei waren und sich die 1000 Euro Preisgeld teilen.
Für Einrichter und Innenausbauer Markus Ranft von Lieblingslicht war der Designpreis-Gewinn eine große Überraschung: "Bei der ersten eigenen Messe eine solche Anerkennung zu erhalten, hätte ich nicht erwartet. Dass die Juroren meine Arbeit anerkennen und wertschätzen, ist für mich fast noch wertvoller als das Preisgeld." Seine mundgeblasenen Glaskugeln in erdigen, weichen Farben bilden zusammen mit Messingelementen und Marmorsockeln Steh-, Hänge- und Wandleuchten. Die zeitlose Form täuscht fast darüber hinweg, dass die LED- Leuchten in technischer Hinsicht absolut modern sind.
Ein Ritterschlag ist der Designpreis auch für Dubaruba, denn die gebürtige Wienerin Adiam Emnay hat ihr Label nicht zum Selbstzweck aufgebaut. "Designer in Afrika sind unglaublich erfinderisch und ideenreich, das ist nur in Europa kaum bekannt." Mit Dubaruba will sie das ändern und vertreibt von Schmuck über Handtaschen bis hin zu Tüchern und Wohnaccessoires ein kleines Best Of afrikanischen Designs. Damit fördert sie die Lebensgrundlage von Designern und Handwerkern, ohne dass ihre Entwürfe mit erhobenem Zeigefinger einherkommen: Sie sind bunt, lebensbejahend und high-fashiontauglich.
Aus zehn Nationen kamen die Möbel-, Mode- und Schmuck-Designer nach Hamburg mit persönlich spannenden Geschichten. Der Saisonauftakt erfolgte "aus Rücksicht auf die langfristigen Ausstellungen in den Deichtorhallen dieses Jahr deutlich früher als sonst", so Projektleiterin Astrid Paulus, aber das perfekte Sommerwetter draußen hat auch in der Halle zu einer hervorragenden Stimmung beigetragen. Wenn unser DJ da war, herrschte hier fast Festivalstimmung." Obwohl die Besucherzahlen deutlich hinter dem Rekord des Vorjahres lagen, zeigten sich die Aussteller begeistert vom kaufkräftigen und designinteressierten Publikum, so will Stilelemente aus Freiburg wieder dabei sein "Selbst, wenn nächstes Jahr 35 Grad herrschen".

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