Einrichtungshaus Schatz

Feiert heute seinen 225. Geburtstag

Ein seltenes Jubiläum feiert heute Möbel Schatz in Tuttlingen. Mit 225 Jahren ist es das älteste Möbelhaus Deutschlands und ein „echter Schatz“ für anspruchsvolles Einrichten. Walter Knoll, B&B Italia, Brühl, Cor, Gaggenau, das Who's Who der Hochwertlabel ist im früheren WK- und heutigen CI-Haus in wohnfertigen Szenarien ebenso zu erleben, wie Schramm-Betten und Bulthaup-Küchen in eigenen Studios. Durch die "Vorhang-Fassade“, die den ständig gewachsenen Gebäudekomplex mit 2.600 qm Ausstellungsfläche seit 2010 umhüllt, hat dieser eine hohe Außenwirkung. Geführt wird Möbel Schatz heute in sechster Generation von Hans-Ulrich Schatz und seiner Frau Jutta.

„Wir heben uns ab, sind aber nicht abgehoben“ heißt es auf der Website und das stimmt. (Handwerks-)Qualität gehört von Beginn an zur Firmenphilosophie. Die Historie beginnt 1794 mit Johannes Schatz. Der damals 40-jährige Schreiner, der zuvor auf Wanderschaft gewesen war und dabei nicht nur Wien und Kopenhagen kennen-, sondern auch das Klavierbauen erlernt hatte, eröffnete im Mai 1794 seine Werkstatt in Tuttlingen. Seinen 1801 geborenen Sohn Johannes bildete der Gründer zum Schreiner aus und schickte ihn in angesehene Werkstätten in ganz Europa. In der dritten und vierten Generation wuchs die Schreinerei. Der zweite Weltkrieg hinterließ dann auch in der Familie Schatz tiefe Spuren, und der Wechsel zur fünften Generation (von Ernst Schatz auf seinen Sohn Gerhard, geb. 1925) gestaltete sich anfänglich schwierig, weil der Junior zunächst andere Berufsvorstellungen gehabt hatte. In die Verantwortung genommen, realisierte Gerhard Schatz seine erste Vision: die technisch geprägte Kleinserien-Fabrikation. Bald wird die eigene Kollektion durch fremde Möbel ergänzt und so der Wandel vom Handwerksbetrieb zum Einzelhandel mit eigener Werkstatt eingeleitet. Die Möbelausstellung wächst, das Geschäft floriert. Gerhard Schatz und seine Frau Ruth setzten in den 60er Jahren neue Schwerpunkte: modernes Design und ganzheitliches Einrichten. Das Möbelhaus wurde zum Einrichtungshaus und 1964 WK-Mitglied. Trotz großer Verunsicherung nach der Öl- und Wirtschaftskrise 1974 baute die Familie Schatz in der Möhringer Straße neu, weil die frühere Innenstadtlage keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr bot. Die größte Investition der Firmengeschichte erwies sich als goldrichtig. 1982 eröffnete der heutige Inhaber Hans-Ulrich Schatz neben dem elterlichen Geschäftshaus ein eigenes, die „Möbel-Idee“, und übernahm schrittweise in der 6. Generation auch für das WK-Haus die Verantwortung.

Das Erfolgsgeheimnis über so lange Zeit sieht Schatz in der Besinnung auf und dem Festhalten an Werten wie Qualität, Werthaltigkeit, Fairness und Vertrauen, der Freude an Materialien und Formen sowie am stimmigen Gestalten mit Sinn für Ästhetik und der Aufmerksamkeit für das Umfeld, seien es die Geschäftsräume, die Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten.

„Wir sind Marken-treu“, sagt Uli Schatz, denn um sicher zu sein, seinen Kunden, die Qualität zu bieten, die sie erwarten, beobachtet er Unternehmen lange, bevor er sie ins Sortiment aufnimmt. Dass es auch so gut wie keine Fluktuation bei den Mitarbeitern gibt – zum Team gehören aktuell 14 bestens ausgebildete Fachkräfte –, überrascht nicht. Hier dürfen sie ihre Einrichtungskompetenz ausleben – und sich über einen freien Montag freuen. Seit 15 Jahren gibt es den Ruhetag. „Die Dienstleistung, die wir erbringen, ist von so hoher Qualität, die können wir nicht 24/7 bieten. Die Kunden haben dafür Verständnis“, versichert Schatz.  

Und die Zukunft des Möbelverkaufs in Zeiten des Internets: „Die war noch nie so schwer vorhersehbar wie heute“, sagt Schatz, der überzeugt ist, Kunden mit viel Emotion, die die Wohnszenarien durch die Integration von Licht, Textilien und Kunst bieten, auch weiterhin begeistern und abholen zu können.

Mehr zur Geschichte und der Jubiläumsfeier können Sie auch in der Juni-Ausgabe der "möbel kultur" lesen.

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