„Schöner Wohnen“

Feiert 2020 gleich zwei Jubiläen – ein Interview mit Tanja Böttjer und Michael Espenhahn

60 Jahre „Schöner Wohnen“ und 20 Jahre „Schöner Wohnen“-Kollektion: Gruner + Jahr hat doppelten Grund zu feiern. Was die Lizenzmarke bewegt – vor allem im Hinblick auf Corona und den Lockdown – und einen Ausblick auf 2021 geben Tanja Böttjer, Senior Category Manager „Schöner Wohnen“ Home, und Michael Espenhahn, Director „Schöner Wohnen“ Möbel in einem gemeinsamen Interview. moebelkultur.de zeigt die wichtigsten Aspekte auf einen Blick:

 

Wie erlebte die Einrichtungs-, Möbel- und Baumarktbranche den Lockdown?

Michael Espenhahn: Unser Geschäft bei den „Schöner Wohnen“-Möbeln lief im Januar und Februar super an. Und mit unserem Auftritt auf der „imm cologne“ haben wir die Leute wirklich aus den Socken gehauen. Und dann kam der Lockdown. Die Möbelhäuser in Deutschland waren je nach Bundesland mindestens sechs Wochen lang komplett geschlossen. Der Auftragseingang in dieser Zeit lag demzufolge bei 0 Euro. Nach der Wiedereröffnung der Häuser sprang unser Geschäft aber sofort wieder an. Die Auftragseingänge der letzten Monate sind konstant zweistellig gegenüber dem Vorjahr und darum sehr erfreulich.

Tanja Böttjer: Von jetzt auf gleich verbrachten die meisten Menschen wesentlich mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Da wird man tagtäglich mit all den Reparatur- und Renovierungsmöglichkeiten konfrontiert, die man so lange aufgeschoben hat. Da wir „nicht raus konnten“ – Urlaub rückte in die Ferne – wuchs der Wunsch, es sich zuhause schön zu machen. Es gab einen regelrechten Run auf die Baumärkte. Besonders die Farben haben neben den Gartenartikeln ein unglaubliches Umsatzwachstum hingelegt. Und das digitale Geschäft, was zugegebenermaßen bei der Kollektion noch in den Kinderschuhen steckte, hat mit einem Mal einen unglaublich Schritt nach vorne gemacht.

Welche Herausforderungen stellten sich in den jeweiligen Bereichen der Kollektion?

Michael Espenhahn: Insgesamt ist die Möbelbranche ordentlich durchgerüttelt worden. Das bekommen wir auch zu spüren, beispielsweise durch sehr lange Lieferzeiten und zeitlich verzögerte Rollouts. Die konkreten Neuplatzierungen unserer Möbel in den Häusern gehen dadurch mit Verzögerungen vonstatten.

Tanja Böttjer: Man kann sagen, dass wir mit den Home-Produkten, wie Farben, Tapeten oder Bodenbeläge trotz zeitweiser Ladenschließung wiedererwarten gut dastehen. Das Interesse an unseren Produkten hat sogar eher zugenommen. Um die Marke für die Kunden während des Lockdowns sichtbar zu machen, mussten wir schauen, wie wir die Kundinnen und Kunden weiterhin erreichen. Wir haben unsere Online- und Kommunikationsaktivitäten stark hochgefahren, um auch während des Lockdowns Inspiration für Renovierungsprojekte zuhause zu bieten. Das war eine organisatorische Herausforderung.

Mit welchen Prognosen startet „Schöner Wohnen“ in das restliche Jahr und was kommt 2021?

Michael Espenhahn: In der Möbelbranche stellen sich momentan alle die 1-Million-Dollar-Frage: Ist diese momentan so erfreuliche Nachfrage wirklich nachhaltig oder am Ende doch nur ein Strohfeuer? Als seriöses Antwort-Medium dafür empfehle ich den Blick in die Glaskugel. Direkt beeinflussen und nutzen können wir aber den gegenwärtigen „Run“ auf unsere Produkte und Marke. Das Herbstgeschäft schätze ich (vorbehaltlich eines weiteren Shutdowns) positiv ein. Für das nächste Jahr bin ich auch „confident“, weil wir zusätzliche Standorte bekommen haben und unsere auf der „imm cologne“ vorgestellten Neuprodukte komplett durchplatziert werden. Fazit: Begeisterte Handelspartner, neue Standorte, neue Produkte, neue Marktsegmente. Hört sich komplex an. Aber genau das wollten wir ja auch: den Möbelmarkt aufmischen. Also: All hands on deck – und klar bei Enterhaken...

Tanja Böttjer: Wir sind zuversichtlich, dass wir das Jahr, sollte die Epidemie nicht noch einmal für einen großen Lockdown sorgen (dreimal auf Holz geklopft), positiv abschließen werden. Für das neue Jahr planen wir bereits viele tolle neue Sortimente, werden – wenn alles nach Plan läuft – in neue Segmente einsteigen und somit den Erfolg der Marke „Schöner Wohnen“-Kollektion gemeinsam mit unseren Partnern weiter ausbauen.

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