Die Egger Gruppenleitung: Walter Schiegl (v. l.), Dr. Thomas Leissing und Ulrich Bühler.

Egger

Fast 2 Mrd. Euro Umsatz - EBITDA steigt um 15 Prozent

Egger gibt weiter das Tempo am Markt vor: Trotz Schuldenkrise in Europa und hohem Konsolidierungsdruck in der Branche präsentierte der Holzwerkstoffhersteller für das am 30. April 2012 zu Ende gegangene Geschäftsjahr eine positive Entwicklung aller wesentlichen Kennzahlen.

So stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 1,96 Mrd. Euro. Davon entfielen 1,58 Mrd. Euro auf den Bereich dekorative Holzwerkstoffe, also Produkte im Bereich Möbel- und Innenausbau. Dies bedeutet eine Steigerung um 16 Prozent. Egger führt dies vor allem auf die verstärkten privaten Investitionen in Neubau und Wohnraumsanierung zurück.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte um 15 Prozent auf 262 Mio. Euro zu. Mit der Übernahme des russischen Werks Gagarin, das überdurchschnittlich zur Steigerung des operativen Ergebnisses beigetragen hat, und dem Ausbau des Werks in Radauti (Rumänien) erhöhte der sich in Familienhand befindliche Global Player aus Österreich seine Mitarbeiterzahl auf 6.800.

Im Jahr des 50-jährigen Bestehens investierte Egger mit 406 Mio. Euro so viel wie nie zuvor. Davon gingen 50 Mio. Euro in Erhaltungs- und 356 Mio. Euro in Wachstumsmaßnahmen. Zu den größten Posten gehörten die Übernahme und der Ausbau des Spanplattenwerks in Gagarin, dem zweiten Werk in Russland. Im rumänischen Radauti nahm der Konzern die OSB-Produktion mit einer Anfangskapazität von 340.000 Kubikmeter in Betrieb. Sie gehört zur 2011 gegründeten Division Egger Building Products. Die hohen Investitionen konnten aus dem starken freien Cash-flow, unterstützt durch Fremdkapitalinstrumente, finanziert werden. Trotz des Wachstums liegt die Eigenkapitalquote des Unternehmens stabil bei 34 Prozent.

Für das am 1. Mai begonnene Geschäftsjahr 2012/2013 geht Egger trotz der Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Situation und bestehender Unsicherheiten durch die Schulden- und Eurokrise von einem Umsatzwachstum aus. Das Unternehmen erwartet aufgrund der aktuell guten Auftragslage in allen Bereichen eine weitestgehend volle Auslastung aller Produktionsanlagen. Auf eine vielversprechende Zukunft deuten unter anderem die 2012 erfolgreich eingeführten Kollektionen-Neuheiten "Zoom" und "Floorline" hin. Um die Marktposition zu festigen, setzt Egger unverändert auf Produktvielfalt, Marktdiversifizierung und ständige Innovationen im Produkt- und Servicebereich.

Nach den immensen Investitionen des vergangenen Geschäftsjahres sei 2012/2013 für Egger "ein Jahr des Luftholens", so Walter Schiegl, Leitung Produktion/Technik der Egger Gruppe. Geld soll vor allem in Wachstum und den Erhalt der Standorte fließen. Geplant sind etwa 100 Mio. Euro.

Weitere Zukäufe seien momentan nicht geplant, bei entsprechenden Angeboten wollte die Gruppenleitung um Dr. Thomas Leissing (Finanzen/Verwaltung/Logistik, M.), Ulrich Bühler (Vertrieb/Marketing, r.) und Walter Schiegl sie aber auch nicht ausschließen.

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