VDM-Halbjahresbilanz

Export bleibt Hauptmotor

Die deutsche Möbelindustrie wächst im ersten Halbjahr 2018 nur leicht um ein Prozent auf rund 9,1 Mrd. Euro. Das gab der neue VDM-Geschäftsführer Jan Kurth während der heutigen Jahres-Wirtschafts-Pressekonferenz in Köln bekannt. Bedenklich ist dabei, dass der Inlandsumsatz mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent auf der Stelle tritt. Die Lage sei nicht zufriedenstellend. Lichtblick: Der Export stieg in den ersten sechs Monaten um 2,7 Prozent. Für das Gesamtjahr liegt die Umsatz-Prognose bei einem Plus von lediglich einem Prozent. Allein den Jahrhundertsommer für die schwache Inlandsnachfrage verantwortlich zu machen, greift wohl zu kurz.

Die Entwicklung bezogen auf die einzelnen Segmente zeigt sich uneinheitlich. Während Küchen um vier Prozent auf rund 2,5 Mrd. Euro, Büromöbel um 7,9 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro sowie Objekt- und Ladenmöbel um 7,2 Prozent auf rund 920 Mio. Euro zulegten, mussten die Polster- (-5,3 % auf 480 Mio. Euro) sowie Wohnmöbel und sonstige Möbel (-1,6 % auf 3,7 Mrd. Euro) Einbußen hinnehmen. Den stärksten Umsatzrückgang in Höhe von 12,8 Prozent verzeichnete die Matratzenindustrie.

Das Exportgeschäft bleibt weiterhin Motor der deutschen Möbelindustrie. Dabei entwickelten sich die Märkte durchaus unterschiedlich. Während die Umsätze nach Frankreich um 3,5 Prozent und der in den Niederlanden (+6,2 %), Polen (+10 %) und Spanien (+6,1 %) sogar deutlich mehr zulegten, sanken die Möbelausfuhren in so bedeutende Absatzmärkte wie Österreich (-1,3 %) und der Schweiz (-3,8 %). „Die wichtigsten Wachstumsmärkte liegen derzeit außerhalb der EU“, betonte Jan Kurth. Besonders hervorzuheben sei die hervorragende Performance deutscher Möbelhersteller in den großen Märkten wie USA (+9,5 %), China (+25,9 %) und Russland (+14 %). Auch andere außereuropäische Länder wie Kanada, Mexiko, Japan, Südkorea oder Singapur entwickeln sich derzeit postiv, zwar noch auf niedrigem Niveau, aber mit Potenzial für die Zukunft.

Die Industrieexportquote – also der Anteil der von den heimischen Möbelherstellern direkt ins Ausland gelieferten Ware am Gesamtumsatz der Branche – kletterte demnach im ersten Halbjahr auf einen Rekordwert von 32,6 Prozent (2017: 32,1 %). Seit der Jahrtausendwende hat sich die Exportquote in der Möbelindustrie damit verdoppelt. „Der Erfolg deutscher Möbelhersteller im Ausland ist der Qualität, der Lieferzuverlässigkeit, dem Design und der Individualität unserer Produkte zu verdanken“, freut sich Jan Kurth. Ein demnächst geplanter VDM-Arbeitskreis  Export soll die Aktivitäten der Branche unterstützen und helfen, weitere Marktanteile auf dem Weltmarkt zu gewinnen. 

Auch wenn die Erfolge im Auslandsgeschäft erfreulich stimmen, bleibt die Konkurrenz aus Osteuropa und Asien groß, allerdings mit Verschiebungen. Die Möbelimporte legten im ersten Halbjahr erneut um 0,6 Prozent  auf 6,6 Mrd. Euro zu. Insgesamt setzen sich die osteuropäischen Importe zunehmend gegenüber dem asiatischen Wettbewerb durch. Während Polen 7,4 Prozent hinzu gewann, verlor Asien (-5,9 %). Mehr als jedes vierte nach Deutschland importierte Möbel stammt inzwischen aus Polen. Die Umsätze aus dem zweitwichtigsten Importland China reduzierten sich um 5,2 Prozent. Tschechien als drittwichtigstes Importland erhöhte den Umsatz leicht um 0,7 Prozent. Insgesamt entfallen auf die drei Top-Nationen aktuell rund 56 Prozent der deutschen Möbelimporte.

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