Otto Group

Europäische Werte als Waffe gegen den internationalen Wettbewerb

„Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserer ausgeprägten Werteorientierung eine echte europäische Alternative im globalen Onlinehandel darstellen“, erklärte Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, heute auf der Bilanzpressekonferenz in Hamburg. Die Ziele der internationalen Handels- und Dienstleistungsgruppe bleiben trotz der unterplanmäßigen Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2018/2019 (28. Februar) ehrgeizig.

Insgesamt konnte der Konzern seine Erlöse um 3,5 Prozent auf 13,4 Mrd. Euro steigern. Ein Jahr zuvor lag das Plus aber noch bei über 6,7 Prozent. Weitere Zahlen präsentierte die Otto Group bereits Ende März. Zur entsprechenden Meldung auf moebelkultur.de kommen Sie hier.

„Der Jahrhundertsommer hat sich auch bei den Unternehmen der Otto Group bemerkbar gemacht“, so Alexander Birken. Bei der Otto Einzelgesellschaft, die 25 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, lagen die Erlöse 2018/2019 bei 3,2 Mrd. Euro (+8,3 %). „Es ist nicht unsere Natur, in den Rückspiegel zu schauen“, erläuterte Otto Group CFO Petra Scharner-Wolff. Stattdessen will der Konzern am bisherigen „Wachstumspfad“ sowie am „Investitionsmodus“ festhalten. Mit einer kräftigen Finanzspritze wird die Plattform-Strategie auch dieses Jahr weiter vorangetrieben. Bis Ende 2019 sollen die technischen Probleme bei der Händler-Anbindung behoben sein. „Der Wandel zum voll digitalisierten Handels- und Dienstleistungsverband ist für uns eine enorme Herausforderung“, so Alexander Birken. Er zeigte sich jedoch weiter zuversichtlich und verkündete, dass, sobald der Prozess automatisiert sei, was bis Ende 2019 gelingen werde, pro Jahr 3.000 Händler pro Jahr an die Otto-Plattform angeschlossen werden.

Um sich im internationalen Wettbewerb mit der Plattform-Strategie zu behaupten, will die Otto Group auf europäische Werte setzen. Egal, ob sozialer Ausgleich, Schutz der Privatsphäre, Rechtsstaatlichkeit oder auch Nachhaltigkeit – diese sollen im Vergleich zu E-Commerce-Riesen aus den USA oder digitalen Marktplätzen in China den entscheidenden Vorteil bringen. „Wir müssen unsere Werte nicht an der Garderobe der Digitalisierung abgeben“, so Alexander Birken. Stattdessen sei er überzeugt, dass die Endverbraucher diese – auch international – zu schätzen wissen.

Gerade beim Thema Nachhaltigkeit will Otto eine Vorreiterrolle einnehmen und bis 2025 ausschließlich Möbel aus nachhaltiger Holzbewirtschaftung (FSC) anbieten. Zudem sollen auch Dienstleistungsunternehmen wie Hermes umrüsten und ebenfalls bis 2025 nur noch mit emissionsfreien Fahrzeugen ausliefern.

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