Alno-Bilanzpressekonferenz
Es muss noch besser werden
Wie bereits Ende Mai berichtet, hat der Alno-Konzern im letzten Jahr zwar mit seinem EBIT von 214.000 Euro (vor Restrukturierung) knapp die Zone der schwarzen Zahlen erreicht, aber viele Bereiche
Wie bereits Ende Mai berichtet, hat der Alno-Konzern im letzten Jahr zwar mit seinem EBIT von 214.000 Euro (vor Restrukturierung) knapp die Zone der schwarzen Zahlen erreicht, aber viele Bereiche bleiben kritisch. Dies bestätigte die heutige Bilanzpressekonferenz in Stuttgart mit Jörg Deisel als neuem Vorstandsvorsitzenden (Foto).
Bei 511,2 Mio. Euro reduzierte sich der Gruppenumsatz insgesamt um über 90 Mio. Euro (-15 %). Dies sei zu einem Drittel zugunsten der Marge geplant gewesen, erklärte Deisel und räumte zugleich ein: "Aber wir haben auch Umsätze verloren, die wir nicht verlieren wollten." Nicht kompensiert werden konnte vor allem der ehemalige Großkunde Astroh. Derzeit kommt die Unsicherheit bei der Arcandor-Tochter Quelle hinzu, die bislang zu über 50 Prozent von Wellmann beliefert wurde. Auch das Auslandsgeschäft kam ins Rutschen und sank auf 172,1 Mio. Euro. Dabei stehen -5,2 Prozent jedoch einem Minus von 19,4 Prozent im Inland gegenüber. Nur durch dieses ungleiche Verhältnis stieg letztlich die Auslandsquote von 30,1 Prozent auf 33,7 Prozent vom Gesamtumsatz.
Bei der Umsatzleistung der einzelnen Töchter des Konzerns fallen insbesondere Wellmann mit 143 Mio. Euro (-41,4 Mio./-22,5 %) und die Marke Alno mit 146,4 Mio. Euro (-31,2 Mio./-17,6 %) ins Auge. Impuls erwirtschaftete 103,7 Mio. Euro (-7,7 Mio./-6,9 Prozent), Pino 83,2 Mio. Euro (-7,1 Mio./-7,9 %). [page_break]
Unter dem Strich weist die Bilanz einen Verlust von 22,6 Mio. Euro aus – immerhin waren es 2007 noch über 60 Mio. Euro. Positiv hat sich die Kostenseite entwickelt, was neben verschiedenen Maßnahmen im Einkauf und in der Prozessoptimierung insbesondere auf dem Personalabbau beruht. So lag die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Jahr 2008 bei 1.981 Beschäftigten – 464 weniger als 2007.
2009 werden die reduzierten Personalkosten erstmals im gesamten Geschäftsjahr zum Tragen kommen, so die Hoffnung auf eine weitere Besserung der Ergebnissituation. Positiv hob Deisel hervor, dass das Vertrauen der größten Handelskunden in die finanzielle Sicherheit des Konzerns zurückgewonnen und somit auch Plätze reaktiviert werden konnten. Im Rahmen eines "Letter of Intent" wurden jeweils strategische Partnerschaften mit festen Umsatzvereinbarungen verankert. Wichtig sei es nun, dass sich neben einer Innovations-Offensive im Produktbereich zur Herbstmesse auch der Cash-Flow in die richtige Richtung entwickele. Dazu müssten alle Aktionsfelder mobilisiert werden: von Fertigungssynergien innerhalb des "Patchwork-Konzerns" über die Reduzierung der Artikelvielfalt und Qualitätsverbesserung bis zur Intensivierung des Vertriebs vor Ort. Im Fokus stehen insbesondere auch das Objektgeschäft, für das eine eigene Gesellschaft gegründet wurde, sowie der Neuaufbau der Export-Strukturen. Immerhin soll der Auslandsanteil in drei Jahren über 50 Prozent betragen, so das Ziel.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren