Bürotrends 2010

Ergonomische Qualität besonders wichtig

Welche Trends zeichnen sich für die Büromöbelbranche 2010 ab? Dazu hat der BSO Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel, Wiesbaden, eine Befragung seiner Mitgliedsunternehmen zu den aktuellen Nachfragetrends ausgewertet. Fazit: Die

Welche Trends zeichnen sich für die Büromöbelbranche 2010 ab? Dazu hat der BSO Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel, Wiesbaden, eine Befragung seiner Mitgliedsunternehmen zu den aktuellen Nachfragetrends ausgewertet. Fazit: Die ergonomische Qualität der Büroarbeitsplätze hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und wird nach Einschätzung der Büromöbelhersteller weiter steigen. Außerdem: Wer in neue Einrichtungen investiert, achtet auf die Qualität.
Die Umsatzstatistik der befragten Unternehmen, die etwa 80 Prozent des Branchenumsatzes bestreiten, belegt, dass ergonomische Büromöbel die Mehrzahl der 18 Millionen Büroarbeitsplätze in Deutschland prägen. Nach Berechnungen des bso muss sich dennoch noch fast jeder fünfte Büroarbeiter mit Einrichtungen begnügen, die nicht einmal den in der Bildschirmarbeitsverordnung und der Arbeitsstättenrichtlinie festgelegten gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen.
Die Erkenntnisse der Erhebung im Einzelnen: Wichtigste Voraussetzung für eine entspannte Körperhaltung ist die richtige Höheneinstellung von Bürostuhl und Schreibtisch. 2009 lieferten die deutschen Büromöbelhersteller 84,1 Prozent aller Arbeitstische mit Höhenein- oder -verstellung aus. Nur 15,9 Prozent der Schreibtische verließen die Werke mit einer starren Höhe. Deren Anteil dürfte nach Einschätzung der Hersteller weiter zurückgehen.
Wachsen wird dagegen der Anteil der Sitz-Steh-Arbeitstische, an denen – ohne zusätzlichen Flächenbedarf – sowohl im Sitzen als auch im Stehen gearbeitet werden kann. Ihr Umsatzanteil liegt derzeit bei 18,7 Prozent, Tendenz steigend. Sitz-Steh-Arbeitsplätze haben sich in diversen Studien als geeignetes Mittel erwiesen, Rückenleiden zu reduzieren. Dennoch konnte diese moderne Spezies der Schreibtische in Deutschland bisher nur relativ langsam Fuß fassen. Durch neue Modelle und moderate Preise erwarten die Produzenten jedoch in Zukunft einen deutlichen Zuwachs in diesem Marktsegment.
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Schon seit einigen Jahren bieten die Büromöbelhersteller in Deutschland fast nur noch Drehstühle mit sogenannter Synchronmechanik an. Beim Zurücklehnen auf diesen Stühlen bewegen sich Sitz und Rückenlehne mit dem Körper des Sitzenden mit. Dadurch werden Wirbelsäule und Bandscheiben entlastet und die Durchblutung von Körper und Gehirn angeregt.
Nicht ganz so gut bestellt ist es dagegen um die weitere ergonomische Ausstattung von Bürostühlen. So sparten auch 2009 verhältnismäßig viele Investoren bei den Armlehnen. Immerhin noch 27,4 Prozent der Drehstühle wurden ohne Armlehnen angeschafft. Dem standen allerdings zwei Drittel (66,8 Prozent) aller Stühle gegenüber, die eine höhen- oder sogar eine mehrfach verstellbare Armlehne hatten.
In Kopf- und Nackenstützen für Bürostühle sehen Ergonomen eine sinnvolle Ergänzung zur Synchronmechanik, weil sie die entspannende Wirkung des gelegentlichen Zurücklehnens während der Arbeit verstärken. Viele Unternehmen scheuen dennoch die höheren Investitionskosten und schaffen Bürostühle mit Nackenstütze hauptsächlich für ihre Führungskräfte an. Im vergangenen Jahr lieferten die Mitgliedsunternehmen des Büromöbelverbandes nur sechs Prozent aller Bürodrehstühle mit Nackenstütze aus.