AEG-Electrolux
Endgültiges Aus für Nürnberg beschlossen
Alles Hoffen, dass Electrolux das Nürnberger AEG-Werk doch nicht schließt oder zumindest in Teilen weiterlaufen lässt, ist zerschlagen: Heute hat der Aufsichtsrat des schwedischen Konzerns der Empfehlung des Vorstandes zugestimmt,
Alles Hoffen, dass Electrolux das Nürnberger AEG-Werk doch nicht schließt oder zumindest in Teilen weiterlaufen lässt, ist zerschlagen: Heute hat der Aufsichtsrat des schwedischen Konzerns der Empfehlung des Vorstandes zugestimmt, das Werk dicht zu machen. Das endgültige Aus ist für Ende 2007 vorgesehen. Währenddessen wird das Personal schrittweise abgebaut. Und so sozialverträglich wie möglich, so heißt es aus Nürnberg. Erste Entlassungen sind bis Ende 2006 zu erwarten: Bis dahin arbeiten die 1.750 Werksangehörigen weiterhin in einer 30-Stunden-Woche (Produktionsvolumen 2005: 1,4 Mio. Geräte).
"Das ist für alle Betroffenen in Nürnberg eine schlimme Nachricht, die ich bedauere. Leider lässt uns die Kostensituation am Standort Nürnberg, im Verhältnis zum ungemein hohen Preisdruck im deutschen Hausgerätemarkt, nach Abwägung aller Alternativen keine andere Wahl", so erklärte Konzernvorstand Johan Bygge, verantwortlich für das Hausgerätegeschäft in Europa und Asien. Der Preisverfall (bei Waschmaschinen seien es 15 Prozent in den letzten zwei Jahren) und die gleichzeitig steigenden Kosten hätten zu hohen Gewinneinbußen geführt: bei Waschmaschinen liege der Verlust bei 60 Euro, bei Geschirrspülern bei 45 Euro.
Wo die bisher in Nürnberg produzierten Waschmaschinen und Geschirrspüler der Marken AEG, Electrolux, Juno und Zanussi künftig hergestellt werden, steht noch nicht ganz fest. Im Gespräch sind der italienische Standort Torcia und drei Werke in Polen, die zum Teil noch im Aufbau sind (Siwritz, Zarow und Olawa). Die allgemeine Branchenentwicklungen kommentierte Bygge mit folgenden Worten: "Der Weiße-Ware-Branche stehen Umwälzungen ins Haus wie der Unterhaltungselektronik in den 80er Jahren. Viele Unternehmen haben den Wandel verschlafen und nicht überlebt. Wir müssen sicherstellen, dass Electrolux als weltweit agierender europäischer Hersteller in diesem turbulenten Wettbewerb nicht dasselbe Schicksal erleidet."
Mehr dazu auch in der aktuellen Ausgabe des "Küchenprofi".

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