Noch ist offen, was XXXLutz mit den beiden Mahler-Standorten in Wolfratshausen und Bopfingen vorhat.

Möbel Mahler

Endgültig dicht - Pläne von XXXLutz weiter offen

Obwohl der Abverkauf noch eine Woche länger dauerte als ursprünglich geplant, war gestern nun endgültig Schluss bei Möbel Mahler in Wolfratshausen. Das Familienunternehmen hatte die beiden Standorte in Wolfratshausen und Bopfingen im vergangenen Jahr an XXXLutz verkauft und im November die Schließung angekündigt. Im Grunde ist davon auszugehen, dass XXXLutz dort auch künftig Möbel verkaufen und der rote Stuhl in absehbarer Zeit vor der Tür stehen wird. Doch bislang haben die Österreicher noch keine konkreten Pläne vorgestellt. Laut „Merkur.de“ soll frühestens im März/April ein mögliches Nutzungskonzept angekündigt werden. Ein Problem stellen für Lutz in Wolfratshausen wohl die strengen Sortimentsbeschränkungen dar. Eventuell soll es dort zu einer Kooperation mit der Media-Saturn-Holding kommen.

Mahler-Junior-Chef Michael Mahler hatte der „Süddeutschen“ kurz vor der Schließung in Wolfratshausen noch ein Interview gegeben. Er hatte sich am vergangenen Samstag noch persönlich bei den Mitarbeitern verabschiedet. Kein leichter Gang für den 29-jährigen. Er betonte jedoch, dass sich beide Seiten stets mit Respekt gegenüber gestanden hätten. Allerdings seien die Mitarbeiter, verständlicherweise, enttäuscht und traurig. „Weil sie uns bei der wirtschaftlichen Lenkung vertraut haben, wir mit der Expansion aber strategische Fehler gemacht haben. Das sitzt als Schmerz sicher tief“, so Michael Mahler. Außerdem erläuterte er diese Fehler, die in den letzten Jahren von den Inhabern gemacht wurden. Das Unternehmen sei zu schnell zu stark gewachsen, „in kürzester Zeit von 100 Millionen auf 260 Millionen Euro Umsatz, das ist für ein mittelständisches Unternehmen schwer zu bewältigen. Der strategische Fehler, den ich mir auch persönlich zum Vorwurf mache, war, dass ich den Markt nicht genauestens analysiert habe. Neu-Ulm hat eine sehr niedrige Arbeitslosenquote und es war sehr schwer, ein vernünftiges Team zu kriegen. Statt organisch zu wachsen, hat es mit Neu-Ulm zweieinhalb Jahre gedauert, um am Markt zu bestehen. Damit war nicht mehr genügend Investitionsspielraum für Wolfratshausen und Bopfingen vorhanden“, so Mahler gegenüber der „SZ“.

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