Electrolux Group
Negative Preisentwicklung und schwankender Umsatz in Q2
Die Electrolux Group hat ihre Zahlen für das zweite Quartal 2025 vorgelegt – und die zeigen sich durchwachsen. Ein leichter Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr ist laut Konzern auf eine Verschiebung der Nachfrage in günstigere Preissegmente zurückzuführen. Ein Spiegelbild der derzeitigen Elektrogerätebranche. Mit einer deutlichen Lehre auch für Mitbewerber: Ein organisches Umsatzplus wurde lediglich in den Märkten Nord- und Lateinamerika erzielt.
Leichte Umsatzeinbußen – organisches Wachstum bleibt positiv
Der schwedische Hausgerätehersteller Electrolux erzielte im Zeitraum April bis Juni einen Nettoumsatz von 31,3 Mrd. SEK (ca. 2,78 Mrd. Euro), ein Rückgang gegenüber den 33,8 Mrd. SEK im Vorjahr. Dennoch konnte die Electrolux Group ein organisches Umsatzplus von 1,8 Prozent verbuchen – getragen vor allem von den Märkten in Nord- und Lateinamerika.
In Europa sowie in der Region Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika bremste eine negative Preisentwicklung wiederum das Wachstum aus. „In Nordamerika und Europa beobachten wir zunehmend eine Verschiebung der Nachfrage in günstigere Preissegmente“, erklärte CEO Yannick Fierling. In Lateinamerika sei die Nachfrage dagegen leicht gestiegen – auch wenn Inflation und Zinsen insbesondere in Brasilien dämpfend wirkten.
Deutlicher Gewinnsprung trotz Gegenwind bei Electrolux
Erfreulich fällt das Betriebsergebnis aus: Mit 797 Mio. SEK (ca. 71 Mio. Euro) verdoppelte sich dieses im Vergleich zum Vorjahr nahezu. Die operative Marge stieg auf 2,5 Prozent. Besonders die Region Nordamerika trug hierzu bei: Preismaßnahmen konnten dort die zusätzlichen Kosten durch neue US-Zölle auffangen.
Ein einmaliger Ertrag aus dem Verkauf der Marke Kelvinator in Indien spülte zudem 180 Mio. SEK in die Kasse. Das Periodenergebnis drehte dadurch deutlich ins Plus: 178 Mio. SEK stehen nun einem Vorjahresverlust von 80 Mio. SEK gegenüber.
Cashflow unter Druck – Investitionen und Strafzahlungen belasten
Weniger erfreulich entwickelte sich der operative Cashflow nach Investitionen: Mit -741 Mio. SEK (ca. -66 Mio. Euro) lag dieser deutlich unter dem Vorjahreswert. Gründe hierfür sieht das Unternehmen im gestiegenen Betriebskapital, den US-Zöllen sowie einer Kartellstrafe in Frankreich.
Fokus auf Transformation unter Yannick Fierling
Trotz des durchwachsenen Umfelds bleibt CEO Yannick Fierling optimistisch. Die strategische Ausrichtung der Electrolux Group auf Markenstärkung, Effizienz und Kundenorientierung trage Früchte. Neue Marketinginitiativen sowie Einsparungen in Einkauf und Entwicklung – darunter reduzierte Materialkosten, kürzere Entwicklungszyklen, neue Lieferkonditionen – sollen die Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken.
Für die kommenden Monate kündigt Fierling eine Beschleunigung dieser Transformation an: „Wir werden den Fokus auf unsere Kerninitiativen verstärken und gleichzeitig Tempo und Agilität erhöhen.“ Das Ziel bleibt klar: Electrolux will auch in einem schwierigen Marktumfeld Kurs halten – und Schritt für Schritt die Weichen für ein nachhaltiges und beständiges Wachstum stellen.

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