Entgeltstruktur in Deutschland
Einzelhandelsverbände kündigen Tarifverträge, um sie zu modernisieren
Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt sich für eine Modernisierung der Tarifverträge im Einzelhandel ein. Um den Weg für neue Regelungen frei zu machen, werden die Tarifträgerverbände die mit der Gewerkschaft
Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt sich für eine Modernisierung der Tarifverträge im Einzelhandel ein. Um den Weg für neue Regelungen frei zu machen, werden die Tarifträgerverbände die mit der Gewerkschaft Verdi abgeschlossenen Entgelt- und Manteltarifverträge kündigen. Anschließend wollen die Einzelhandelsverbände gemeinsam mit Verdi die bestehenden Tarifverträge in wesentlichen Punkten überarbeiten.
"Die Tarifverträge im Einzelhandel stammen im Kern aus den 1950er Jahren. Eine Modernisierung ist überfällig – viele der aktuellen Regelungen haben mit der modernen Arbeitswelt nichts mehr zu tun", so HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris. Ein Ziel der Überarbeitung bestehe für den Handelsverband darin, die Tarifverträge attraktiver für Unternehmen zu machen und so der zurückgehenden Tarifbindung entgegenzuwirken. Nach den Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung arbeitet etwa die Hälfte der Beschäftigten des Einzelhandels in Unternehmen, die formal tarifgebunden sind. Ein weiteres Viertel der Beschäftigten der Branche ist in Unternehmen beschäftigt, die die Anwendung des Tarifvertrages oder großer Teile davon per Arbeitsvertrag vereinbart haben.
"Die bisherige Entgeltstruktur ist in vielen Fällen unausgewogen und wird den Anforderungen an die Mitarbeiter in der modernen Arbeitswelt nicht gerecht", so Jöris weiter. Die Gewerkschaftsseite habe den Reformbedarf bereits in der Vergangenheit eingeräumt. Schon seit den 90er Jahren bemühten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter um einvernehmliche Lösungen. "Nachdem Verdi aus dem im Jahr 2002 gestarteten Projekt 'Initiative Tarifpolitik' im Sommer 2012 leider ausgestiegen ist, erhoffen wir uns in der anstehenden Tarifrunde zumindest einige dringende Punkte angehen zu können", so Jöris.

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