Gehaltsstudie

Einkäufer verdienen viel mehr, als sie bekommen

In Österreich als Einkäufer zu arbeiten, ist finanziell noch nicht besonders attraktiv, doch das ändert sich gerade. Denn seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2009, als plötzlich Umsätze wegbrachen und nach Einsparlösungen gesucht wurde, wissen Unternehmenslenker um die strategische Bedeutung eines optimal geführten Einkaufs für den Firmenertrag. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Einkäufergehaltsstudie, die von der Personalberatung Penning Consulting, der Einkaufsberatung Kerkhoff Consulting und dem Forum Einkauf des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitszentrums (ÖPWZ)erhoben wurde. Befragt wurden im Oktober 2011 insgesamt 175 Unternehmen.

Einkäufer in der Holz- und Papierindustrie verdienen in Österreich durchschnittlich 77.000 Euro im Jahr. Damit liegen sie zwar deutlich hinter ihren Kollegen aus der Energiebranche, die mit 106.000 Euro das Ranking anführen, ganz klar jedoch vor denen aus dem Dienstleistungssektor, die mit gerade mal 47.000 Euro das Schlusslicht bilden.

Branche, Unternehmensgröße und Einkaufsvolumen beeinflussen die Vergütung maßgeblich. Die Studie zeigt: Übersteigt der Unternehmensumsatz die 100 Millionen Euro-Grenze verdienen Einkaufsleiter rund 40 Prozent mehr als ihre Kollegen in weniger umsatzstarken Firmen - durchschnittlich 82.000 Euro.

Nur ein Drittel der Einkäufer erhält in Österreich neben seinem Grundgehalt eine variable Vergütung. Bei Einkaufsleitern kleiner Unternehmen sind es 41 Prozent. Der durchschnittliche Bonus beträgt jedoch nur rund 4.000 Euro. Einkaufsleiter von Unternehmen mit mehr als 100 Mio. Euro Jahresumsatz erhalten im Durchschnitt das Vierfache als variablen Gehaltsbestandteil.

"Einkäufer werden nicht ausreichend motiviert, einen exzellenten Job zu machen", so das Fazit von Stephan Penning, Geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung Penning Consulting. Die Boni-Bemessungsgrundlagen - nur ein Viertel lässt sich durch Individualziele erreichen - kritisiert Gundula Jäger, Geschäftsführerin des Wiener Büros der Einkaufsberatung Kerkhoff Consulting. Hinzu kommt, dass Einkäufer im Vergleich zu Vertriebsmitarbeitern selten einen Firmenwagen gestellt bekommen (17 Prozent). Einkauf, so die Studie, ist jahrelang nicht als ernsthafte Management-Disziplin betrachtet worden, doch aktuell findet ein Paradigmenwechsel statt. Die Aufwertung des Einkaufs und lange Vakanzen bei der Besetzung von Stellen, werden dazu führen, dass potenziellen Einkäufern mehr Anreize geboten werden.

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