BSH-Bilanz 2012

Einbußen im Export – aber im Inland und beim Gewinn top

Die europäische Schuldenkrise und das sich spürbar abschwächende Wachstum der beiden größten Schwellenländer China und Indien haben auch in der Bilanz 2012 der BSH ihre Spuren hinterlassen. Laut den heute

Die europäische Schuldenkrise und das sich spürbar abschwächende Wachstum der beiden größten Schwellenländer China und Indien haben auch in der Bilanz 2012 der BSH ihre Spuren hinterlassen. Laut den heute veröffentlichten Zahlen stieg zwar der Gesamtumsatz um 1,5 Prozent auf 9,8 Mrd. Euro, doch währungsbereinigt sanken die Erlöse um 1,3 Prozent auf 9,532 Mrd. Euro. Dennoch hat sich der Gerätekonzern im vergangenen Jahr weltweit auf Position 3 (nach Whirlpool und Electrolux) behauptet. Als Global Player unterhält die BSH derzeit 41 Fabriken in 50 Ländern (die größten in China und Türkei) mit insgesamt 46.000 Mitarbeitern, von denen 70 Prozent in Europa beschäftigt werden.
Sehr gut schnitt 2012 immer noch der Heimatmarkt ab: Im Vertriebsbereich Deutschland konnten die Großgeräte der Marken Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau und Constructa sowie die Private Labels für Nobilia und Co. um 4,1 Prozent auf 1,787 Mrd. Euro zulegen (der Deutschland-Umsatz stieg insgesamt auf 2,2 Mrd. Euro bei 4,3 Prozent Plus). Der Umsatz in den westeuropäischen Ländern ging dagegen um rund 5,7 Prozent auf 3,234 Mrd. Euro zurück. Um 5,1 Prozent auf 3,004 Mrd. Euro kletterte wiederum das Asiengeschäft, wobei China mit 6 Prozent Plus (1,2 Mrd. Euro) aufgrund auslaufender Subventionen und allgemein nachlassender Dynamik nicht mehr dem Boom der Vorjahre entsprach. Mit der Ausgabe eines weiteren Offshore-Renminbi-Bonds in Hongkong
nutzte die BSH andererseits die günstigen Bedingungen des Kapitalmarktes, um liquide Mittel zu beschaffen.
Über den Erwartungen habe das Konzernergebnis gelegen (466 Mio. Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (373 Mio. Euro) konnte der Gewinn um ein Viertel zulegen. Dazu habe insbesondere die Optimierung der Produktions- und Beschaffungsprozesse beigetragen, wodurch die Kosten deutlich gesenkt werden konnten. Dank der erfreulichen Ergebnisentwicklung verbesserte sich die Eigenkapitalausstattung des Konzerns unter dem Strich um 170 Mio. Euro. So wurde der BSH erneut die hervorragende Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's bescheinigt.
Bestätigt sieht Konzernchef Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet auch die Produktstrategie: "Denn Hausgeräte, die maximalen Komfort und Spitzendesign mit niedrigem Verbrauch verbinden, überzeugen auch und gerade in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld." Der auf 326 Mio. Euro aufgestockte Etat für den Bereich Forschung & Entwicklung biete nun die Basis für weitere Innovationen aus dem Hause BSH. Ziel für 2013 ist nun, die Umsatzmarke von zehn Mrd. Euro zu überschreiten.
Überraschend kam anlässlich der heutigen Jahrespressekonferenz in München die Nachricht über den vorgezogenen Abtritt von Gutberlet. So gab dieser bekannt, dass sein Nachfolger Dr. Karsten Ottenberg bereits zum 1. Juli, also drei Monate früher als im April angekündigt, die Position als Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung übernimmt.