VdDK

Einbruch am Wohnungsmarkt trübt die Aussichten

Nach dem Plus von knapp 10 Prozent auf rund 6,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der deutschen Küchenmöbelindustrie im Januar zwar weiter um 3,3 Prozent, doch wurde

Nach dem Plus von knapp 10 Prozent auf rund 6,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der deutschen Küchenmöbelindustrie im Januar zwar weiter um 3,3 Prozent, doch wurde die Aussicht für das laufende Jahr bei der VdDK-Sitzung in Vlotho (bei Pronorm) als „verhalten optimistisch“ angesehen. Gegenüber dem noch wachsenden Auslandsgeschäft stelle sich vor allem der Heimatmarkt als herausfordernd dar, sagte VdDK-Vorstandschef Stefan Waldenmaier.

In seinem Gastvortrag machte Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut auf den sinkenden Absatz infolge des stockenden Wohnungsbaus aufmerksam. Das Wohnungsbaugewerbe habe mit höheren Baukosten und einer Stornierungswelle infolge der gestiegenen Immobilienkreditzinsen zu kämpfen. Im Januar lag die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen um 26 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Die Politik werde ihr Ziel von jährlich 400.000 Fertigstellungen in diesem Jahr verfehlen. Mit Blick auf das Budget konkurriert die Küche nun mit dem Erwerb neuer Heizungen.

Zum Thema Kreislaufwirtschaft betonte Heiner Strack, Leiter Technik/Umwelt/Normung der Möbelverbände, nochmals die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Möbel zu den ersten Produkten gehören werden, die in der Ökodesign-Richtlinie ESPR erfasst werden, mit allen Konsequenzen für die Industrie inklusive der Einführung eines digitalen Produktpasses. Als weiteres Nachhaltigkeitsthema präsentierte Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth Ideen für ein Pilotprojekt zur Rückgewinnung von Altmöbeln. Ziel ist die Rückführung des Altholzmaterials in die Holzwerkstoffproduktion.

Vor dem Hintergrund der hohen Exportquote (45 Prozent) der Küchenmöbelindustrie berichtete Außenhandelsexperte Alexander Oswald über das Wiederanlaufen der internationalen Messeaktivitäten. Nach dem erfolgreichen Auftritt deutscher Hersteller auf der amerikanischen Küchenfachmesse KBIS befinden sich derzeit deutsche Gemeinschaftsstände für Messen in Guangzhou (China) und Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) in Vorbereitung.