Gemusterte Tapeten in Pastelltönen, wie diese von Little Greene, sind laut dritter Tapenten-Imagestudie momentan en vogue.

Deutsches Tapeten-Institut

Ein schönes Zuhause wird immer wichtiger

Pünktlich zur Heimtextil 2016, die gestern in Frankfurt an den Start gegangen ist, präsentiert das Deutsche Tapeten-Institut (DTI) die Ergebnisse einer bundesweiten, repräsentativen Studie von TNS Infratest über Einstellungen und Vorlieben der Deutschen zu Tapeten. Nach 1994 und 2001 ist dies die dritte umfassende Tapeten-Imagestudie, die spannende Einblicke in die Welt der Tapete gewährt.

So findet der Tapetenwechsel heute lieber zuhause statt und die eigene Wohnung nimmt im Gegensatz zum Urlaub einen größeren Stellenwert ein. Die Bedeutung des Wohnens hat sich - so die TNS Infratest Studie - in den vergangenen 15 Jahren nahezu verdoppelt. Fast die Hälfte der Deutschen (46 %) gibt an, die eigenen vier Wände seien ihnen heute wichtiger als früher - mit positiven Auswirkungen auf die Einrichtungs- und Tapeten-Industrie. Denn mit dem Stellenwert des Wohnens steigt auch die Beliebtheit von Tapete. Rund zwei Drittel der Befragten und damit 16 % mehr als 2001 haben bei ihrer letzten Renovierung Tapeten eingesetzt.

Tapeten werden vor allem wegen ihrer Vielfalt an Farben, Dessins und Stilrichtungen als kreatives Gestaltungsmittel zum Ausdruck eines individuellen Wohngefühls geschätzt. Fast 60 % der Befragten sind der Meinung, mit Tapeten am einfachsten "Abwechslung" in die Wohnung zu bringen. Noch 2001 sprachen überwiegend pragmatische Gründe für einen Tapetenwechsel. "Die Menschen haben tapeziert, weil die Wände renovierungsbedürftig waren. Heute wird tapeziert, weil man Lust auf einen Tapetenwechsel hat, etwas Neues ausprobieren und sich kreativ ausleben möchte", so DTI Geschäftsführer Karsten Brandt über die veränderte Einstellung zu Tapeten. Auch die wohnliche Wirkung von Tapeten wird betont: 59 % assoziieren mit Tapeten ein Gefühl von "Behaglichkeit!. Gleichzeitig erlauben Tapeten "individuelle Gestaltungsmöglichkeiten" (56 %) und fast die Hälfte der Befragten fällt als Zeichen des guten Geschmacks zuerst die Tapete ein.

Gefragt nach ihrem Wohnstil bezeichnen die meisten diesen als "warm, freundlich und farbenfroh" (47 %). Nur 22 % mögen es "sachlich, funktionell und schwarz-weiß". Farbige Tapeten wecken Emotionen. Die Befragten verbinden mit weißen Räumen durchweg weniger Gefühle als mit farbig gestalteten - weiße Räume werden als kühl, leblos und ungemütlich empfunden. "Der nüchterne, funktionelle Wohnstil mit weißen Wänden scheint aus der Mode gekommen zu sein. Heute spielen Wärme und Gemütlichkeit beim Wohnen eine wichtige Rolle. Die Menschen wollen wieder Farbe an den Wänden. Statt langweiliger Raufaser ist die Kombination von unifarbigen und gemustert tapezierten Flächen absolut angesagt", so Karsten Brandt über die Wohntrends 2016. Räumen mit Mustertapeten werden von den Befragten Eigenschaften wie kreativ (86 %), individuell (83 %), inspirierend (78 %), wohnlich (71 %) und freundlich (70 %) zugeschrieben. Dabei fühlen sich die Deutschen deutlich zu sanften Tönen hingezogen. Gefragt, mit welchen Farben sie am liebsten wohnen, präferieren 42 % zarte Pastelltöne. Ein knallig bunter Raum folgt auf Platz zwei (38 %), ein schwarz-weiß gehaltener Raum liegt mit nur 20 % am Ende der Beliebtheitsskala.

Heute tapezieren 58 % der Befragten selbst und immerhin 31 % gemeinsam mit Freunden, Bekannten und Verwandten. Nur 20 % beauftragen Profis. Männer liegen bei den Selbst-Tapezierern mit 65 % knapp vor den Frauen mit 51 %. Gefragt nach den Gründen, sagt rund die Hälfte der Befragten, an einem selbst tapezierten Raum "mehr Freude" zu haben.

Neben dem Image von Tapeten widmet sich die Studie auch Informations- und Kaufaspekten. So spielen beim Tapetenkauf Qualität (82 %) und Haltbarkeit (77 %) sowie leichte Tapezierbarkeit (76 %) die wichtigste Rolle. Zudem beeinflussen optische Aspekte wie Design (81 %) und Farbe (76 %) die Kaufentscheidung. Preis (66 %) und Umweltfreundlichkeit (52 %) stehen nicht so sehr im Vordergrund. Und: 70 % der Befragten informieren sich im Baumarkt, 51 % wählen das Fachgeschäft.

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