GfM-Trend-Geschäftsführer Joachim Herrmann

Ein neuer Blickwinkel auf den Markt

Die Händler mithilfe von Exklusivitäten und Sortimentsbündelung stärken und von den Erfahrungen der Onlineanbieter aus den eigenen Reihen lernen: GfM-Trend-Geschäftsführer Joachim Herrmann lotete im Gespräch mit der „möbel kultur“ die

Die Händler mithilfe von Exklusivitäten und Sortimentsbündelung stärken und von den Erfahrungen der Onlineanbieter aus den eigenen Reihen lernen: GfM-Trend-Geschäftsführer Joachim Herrmann lotete im Gespräch mit der „möbel kultur“ die Stärken und ­Schwächen der mittelständischen Möbelhäuser im Verband aus.

Die Neustädter Verbundgruppe setzt auch in Zukunft in starkem Maße auf Freiwilligkeit. Auf die Frage, ob sich der Verband dieses Prinzip künftig noch leisten kann, antwortet Herrmann: „Kürzlich hatten wir erst wieder einen Neuzugang im ­Verband, der genau aus diesem Grund zu uns gekommen ist, weil er sich nicht mehr dazu in der Lage fühlte, die Zuteilungsware seines Verbandes zu bewältigen. Gleichwohl haben wir nach wie vor zu viele Lieferanten. Doch manche Gegebenheiten sind unserer heterogenen Struktur geschuldet. So kaufen unsere Schweizer und Österreicher natürlich gerne Inlands­produkte. Dann brauchen wir für wertige Häuser entsprechende High-End-Lieferanten. Das stark vertretene mittlere Segment benötigt wiederum unterschiedliche Ausprägungen, weil viele Spezialisten (z.B. Naturholz) in unseren Reihen sind. Allein den ­absoluten Preiseinstieg lassen wir ­außen vor. Damit wird zwangsläufig ein deutlich größeres Volumen erreicht als im Küchenbereich, in dem wir seit Jahren mit vier bis fünf Hauptlieferanten arbeiten.“

Ebenso spannend die Antwort auf die Frage, wie viel Exklusivität ein Haus haben kann? „Darüber diskutieren wir sehr häufig. 100 Prozent Exklusivität wäre sicherlich der falsche Weg, weil unsere Häuser schon ein paar Marken brauchen. Bei uns führen z.B. viele Händler Musterring. Unverzichtbar sind auch Modelle, die die Endkunden bei den großen Häusern in den Prospekten sehen, weil die breite Masse damit in ihren Geschmacksvorstellungen beeinflusst wird. Die Lieferanten machen ihre Hausaufgaben im Bereich Modellentwicklung ja auch sehr gut. Somit ist es ganz wichtig, gute freie Modelle im jeweiligen Haussortiment zu führen.

Durch Home24, der seit zwei Jahren Mitglied bei GfM-Trend ist, konnte der Verband zudem interessante Einblicke bekommen, die andere Verbände nicht haben. „Home24 läuft sehr gut. Die Kommunikation ist unkompliziert und zielführend. Doch das ist längst nicht mehr der einzige ­Onlinehändler in unserem Verband. Unter anderem gehören auch Pharao24, Möbilia, Beliani oder Artesi aus der Schweiz dazu“ führt Joachim Herrmann aus. Und weiter: „Ein paar waren schon vor Home24 dabei, einige danach, weil so ein großer Anbieter natürlich ein Zugpferd ist. Wir haben inzwischen eine Gruppe von circa 20 Onlinehändlern, für die wir ­unterschiedliche Dienstleistungen anbieten, vom Bezahlverkehr über Rahmenverträge mit Lieferanten bis hin zur Erfa-Tagung. Also all die Dinge, die es im stationären Handel auch gibt. Für GfM-Trend bringen diese Kontakte durchaus einen Schub. „Alle im Verband lernen viel und bekommen einen ganz anderen Blickwinkel auf den Markt. Und davon können unsere Händler nur profitieren.”

Vor zehn Jahren haben sich die beiden Vebände zusammengeschlossen. „GfM und Trend hat 100-prozentig gepasst! Nach zehn Jahren steigenden Wachstums bei Umsatz und Rendite hat sich diese Verbindung für die Händler ausgezahlt“, zieht Joachim Herrmann sein Fazit.

Lesen Sie das komplette Interview mit Joachim Herrmann in der Mai-Ausgabe der„ möbel kultur“.