Alno

Ein Berg von 158 Millionen Euro

Alle offenen Posten zusammengerechnet, schiebt Alno einen Schuldenberg von 158 Mio. Euro vor sich her. Dies hat der Autor Philipp Habdank vom „Finance“-Magazin ermittelt. Weder die Halbjahreszahlen noch der Aktienkurs

Alle offenen Posten zusammengerechnet, schiebt Alno einen Schuldenberg von 158 Mio. Euro vor sich her. Dies hat der Autor Philipp Habdank vom „Finance“-Magazin ermittelt. Weder die Halbjahreszahlen noch der Aktienkurs um die 50 Cent würden beeindrucken. Und operativ stehe der Küchenkonzern nach wie vor tief in den roten Zahlen. Hier einige O-Töne aus der Analyse vom 31. August:

„Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag nach den ersten sechs Monaten bei 13,5 Millionen Euro. Im Vorjahr stand – auch von Einmaleffekten positiv verzerrt – noch ein Gewinn von 20,8 Millionen Euro.

Der Rückfall in die Verlustzone und erneute Restrukturierungsaufwendungen fressen das Eigenkapital von Alno auf: Stand dieses vor einem Jahr noch mit rund 40,7 Millionen Euro in der Bilanz, verbucht der Küchenbauer aktuell ein negatives Eigenkapital von rund 63,7 Millionen Euro.“

Trotz der Fortschritte und positiven Absatzzahlen stellt der Autor fest: „Der Halbjahresbericht macht deutlich, dass sich CFO Ipek Demirtas und CEO Max Müller wieder einmal in erster Linie Zeit gekauft haben, ohne bei der Behebung der grundlegenden Probleme nennenswert voranzukommen. Müller ist über Comco mit 6,67 Prozent drittgrößter Alno-Aktionär und hat dem Küchenbauer 8,1 Millionen Euro geliehen. Das Darlehen war ursprünglich schon im April 2015 fällig, wurde zunächst bis Juli dieses Jahres und nun nochmals bis Juli 2017 verlängert. Müller gewährt über einen neuen Überbrückungskredit Alno außerdem weitere 11 Millionen Euro.

Ins Jahr 2017 verschoben hat Demirtas auch die Darlehen des aktuell noch größten Alno-Gesellschafters Whirlpool. Auch von Bauknecht Hausgeräte, einer Marke des Whirlpool-Konzerns, erhält Alno seit Jahren mehrere Gesellschafterdarlehen. Deren Rückzahlung wurde laut Halbjahresbericht seit 2015 ebenfalls zum Teil wiederholt verschoben.

Vom ursprünglichen Obligo des ersten Whirlpool-Darlehens über 41 Millionen Euro wurde die Rückzahlung von 25 Millionen Euro bis September 2017 ausgesetzt. Danach soll der Betrag in Stufen bis Juni 2018 zurückgeführt werden. Die übrigen 16 Millionen Euro werden allerdings schon bis Ende diesen Jahres fällig. Neben den Stillhalteabkommen laufen mit Whirlpool weitere Darlehn über insgesamt 35 Millionen Euro. Davon werden Ende September 1,5 Millionen Euro fällig. Die restlichen 33,5 Millionen Euro wurden bis Juli 2017 verlängert.

Bis zum Jahresende schuldet Alno seinem Hauptaktionär damit 17,5 Millionen Euro. Im nächsten Jahr werden 33,5 Millionen Euro fällig, im Juni 2018 dann noch einmal 25 Millionen Euro. Dazwischen möchten im Mai 2018 aber auch die Gläubiger der Mittelstandsanleihe ihre 45 Millionen Euro zurück. Die kurz- und mittelfristigen Fälligkeiten sind also immer noch ein großer Unsicherheitsfaktor für die Sanierung von Alno.“

Spätestens bis Frühjahr 2017 brauche der Konzern eine Lösung. Ob die durch den Investor Tahoe kommt, wie durch die Call-Option angekündigt, wird sich zeigen. Bisher addieren sich die geleisteten und ausstehenden Darlehen noch auf die Schuldensumme.

Den zusammengerechneten 158 Mio. Euro Schulden stehen übrigens 521Mio. Euro Umsatz (2015) gegenüber.