Dr. Gunnar George, Ex-Möbel-Kraft-Chef hat Einspruch gegen einen Strafbefehl erhoben. Darüber wird am 4. Juni im Bad Segeberger Amtsgericht verhandelt.

Möbel Kraft

Dr. Gunnar George vor Gericht in Bad Segeberg

Es ist wahrhaftig keine alltägliche Rückkehr: Dr. Gunnar George, der vor über sechs Jahren damals fristlos entlassene Vorstandschef von Möbel Kraft, will am 4. Juni nach Bad Segeberg kommen, weil vor dem Amtsgericht sein Einspruch gegen einen dort erlassenen Strafbefehl verhandelt wird. Beantragt hatte ihn, wie die „Kieler Nachrichten“ gestern berichteten, Ende 2020 die Kieler Staatsanwaltschaft.

Gut möglich, dass ein jahrelang vor sich hin dümpelndes Verfahren dann endlich einen Abschluss findet. Für Außenstehende vollkommen überraschend verlor Vorstandschef Dr. Gunnar George, der Möbel Kraft in den Jahren zuvor wieder zu alter Stärke geführt hatte, am 21. Januar 2015 seinen Job. Der Verdacht des Betrugs und der möglichen Untreue standen im Raum. Möbel-Höffner-Chef Kurt Krieger hatte seinen Ex-Manager angezeigt, der zuvor als Musterschüler galt.

Während Dr. Gunnar George fünf Wochen später zu Kika/Leiner wechselte und seit 2020 einer von drei Geschäftsführern der Gries Deco Company GmbH ist, die die Depot-Filialen betreibt, sammelte das Dezernat für Wirtschaftsdelikte Belege. Ende 2020 dann der Antrag auf einen Strafbefehl. „Der Entscheidung liegt die Annahme eines hinreichenden Tatverdachts wegen Betrug im Rahmen von Spesenabrechnungen zugrunde“, zitieren die „Kieler Nachrichten“ den zuständigen Staatsanwalt Henning Hadeler. Um 67 Fälle soll es gegangen sein.

Bei einem Strafbefehl handelt es sich um eine rechtskräftige Verurteilung, allerdings ohne mündliche Hauptverhandlung. Die „Geldstrafe auf Bewährung“ – 36.000 Euro – müsste der frühere Möbel-Kraft-Chef nur zahlen, wenn er sich in den nächsten beiden Jahren etwas zuschulden kommen ließe. Doch das kann Dr. Gunnar George, der offensichtlich von seiner Unschuld überzeugt ist, nicht akzeptieren und erhob Einspruch. Darüber wird nun am 4. Juni um 13 Uhr im Bad Segeberger Amtsgericht verhandelt.

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