Wittmann-Geschäftsführer Dr. Alexander Sova rechnet mit einen Aufholeffekt ab der Jahresmitte – unterstützt durch weitere  Öffnungen gerade in den wichtigen Exportmärkten in Europa.

Die Lage in Österreich - Teil 6

Dr. Alexander Sova: "Die Öffnungen in Europa lassen auf Aufholeffekte hoffen"

Wie sieht die Branchensituation im Nachbarland Österreich aus? Die "möbel kultur" hat in den vergangenen Tagen Branchengrößen aus dem Alpenland um ihre Lagebeschreibung gebeten. Den Abschluss der sechsteiligen Serie macht die Möbelmanufaktur Wittmann. Geschäftsführer Dr. Alexander Sova und Einkaufsleiter Rainer Kuttenberger berichten aus Niederösterreich.

möbel kultur: Herr Dr. Sova, wie sind Ihre Geschäfte 2021 bisher gelaufen? Denn auch in Österreich waren die Läden lange zu.
 
Dr. Alexander Sova: Gerade beim Planungsservice und den daraus resultierenden vielen Anfragen merken auch wir den aktuell starken Trend hin zu Um- und Neubauprojekten. Zusätzlich und gepaart mit den ersten zaghaften Öffnungsschritten im Handel sehen wir eine Verbesserung gegenüber 2020, liegen jedoch weiterhin unter 2019. Das liegt auch am Projektgeschäft, das weiter in einem „Lockdown-Loch“ mit verhaltenem Investitions-Appetit steckt.

möbel kultur: Herr Kuttenberger, wie steht es um die Holzkapazitäten und um die Holzpreise?
 
Rainer Kuttenberger: Die Situation rund um die Holz Kapazitäten und deren Verfügbarkeit wird immer prekärer. Die Lieferzeiten bei manchen Holzwerkstoffen ist auf bis zu acht Wochen gestiegen. Die Preiserhöhungen liegen zwischen 5 und 15 Prozent und sind durch den großen Bedarf aus USA und China begründet.
 
 möbel kultur: Beobachten Sie weitere Materialengpässe? Sind die Produktionen beeinträchtigt?
 
Rainer Kuttenberger: Wir beobachten Materialengpässe auch bei Klebstoffen, Schaumstoffen, Stahl, Holz, Taschenfederkernen und Kartonagen. Diese Engpässe veranlassen uns, längerfristig zu disponieren. Durch langfristige und partnerschaftliche Lieferantenbeziehungen haben wir uns ein sehr gutes Netzwerk aufgebaut, wodurch wir Materialengpässe bis jetzt sehr gut kompensieren konnten. Unsere Lieferzeiten liegen immer noch bei acht Wochen.
 
 möbel kultur: Wie entwickeln sich die Lieferzeiten?
 
Rainer Kuttenberger: Langfristig gesehen steigen die Lieferzeiten genauso stark wie die Preise. Wir erwarten das dies im Laufe 2021 noch zunehmen wird.

möbel kultur: Wie ist Ihre Geschäftsprognose für den weiteren Jahresverlauf?
 
Dr. Alexander Sova: Bis zur Jahresmitte noch verhalten bzw. stabilisierend, aber einen positiven Aufholeffekt erwarten wir ab der Jahresmitte – unterstützt durch weitere Öffnungen gerade in den wichtigen Exportmärkten in Europa, aber auch Asien. Außerdem galuben wir daran, dass das Projektgeschäft wieder anziehen wird. Zusätzliche Impulse versprechen wir uns von unserer neuen Kollektion "Wittmann Beds. Handcrafted Dreams." von Luca Nichetto, die alle Komponenten umfasst, die das optimale persönliche Schlafsystem braucht und die den Schlafbereich zum wohnlichen Nest werden lassen.

 

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