Hans Strothoff, Präsident des BVDM und MHK Vorstandsvorsitzender

Hans Strothoff

„Digital Begehrlichkeiten wecken, um Frequenz ins Geschäft zu bringen“

Die „möbel kultur“ hat Experten und Interessenvertreter nach ihren persönlichen Prognosen für das Jahr 2019 gefragt. Dazu äußert sich Hans Strothoff, Präsident des BVDM und MHK Vorstandsvorsitzender, wie folgt:

Auf das Jahr 2019 blickt die Möbelbranche mit leicht gemischten Gefühlen. Negativ, weil einerseits das Jahr eher von Stagnation – insbesondere im Inland – geprägt war. Und positiv, weil es von den erwarteten Konsumzurückhaltung zum Beispiel durch die politische Verunsicherung hätte deutlich schlimmer kommen können. Es bleibt daher ein leicht positives Fazit: Anschaffungsneigung und Einkommenserwartungen hielten im Jahresverlauf trotz einiger Schwankungen ihr hohes Niveau. Nach wie vor steht das eigene Zuhause im Fokus der Konsumenten. Entsprechend investierten die Deutschen in die eigenen vier Wände. Davon und von den niedrigen Zinsen konnten alle profitieren. Die Ausnahme bildete wie so oft die Küche, die sich auch im schwerer werdenden Umfeld positiv behaupten konnte.

Die Grundvoraussetzungen haben sich auch für das Jahr 2020 nicht verändert und das macht es schwierig eine Prognose abzugeben. Es bleibt weiterhin zu befürchten, dass wir es aller Voraussicht nach mit einer schwierigen Konjunktur zu tun haben werden. Bereits im letzten Herbst hatte die deutsche Regierung ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 1,5 auf 1 Prozent gesenkt. Auch zahlreiche Unternehmen bereiten sich mit Personalabbau auf eventuell schlechtere Zeiten vor. Es droht die Gefahr, dass dadurch die allgemein gute Stimmung sich verschlechtert und wir eine sich selbst erfüllende Prophezeiung bekommen. Dabei haben die positiven Faktoren weiterhin Bestand: Die deutsche Binnennachfrage ist gefestigt, die Zinsen bleiben auf ihrem Rekordtiefniveau und die Verbraucher zeigen sich weiter in bester Konsumlaune.

Vor diesem Hintergrund bin ich insgesamt zuversichtlich: Die Herausforderung besteht vor allem darin, in der digitalen Welt Begehrlichkeiten zu wecken und hier Frequenz für den stationären Handel zu generieren. Dafür braucht es gute Strategien, gepaart mit exzellenter Beratung und perfektem Service. Insbesondere der Fach­handel hat diese Anforderungen erkannt und ist gut aufgestellt.

Mit Blick auf das letzte Jahr und die aktuellen Rahmenbedingungen darf also davon ausgegangen werden, dass sich das Jahr 2020 ähnlich entwickelt wie das Jahr 2019.

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