Prognosen 2018

Die Verschärfung ist abhängig von der Politik

Die „möbel kultur“ hat Experten und Interessenvertreter nach ihren persönlichen Prognosen für das Jahr 2018 gefragt. Dazu äußert sicht Sebastian Deppe, Mitglied der BBE-Geschäftsführung, wie folgt:

Vor dem Ausblick ist ein Rückblick sinnvoll: Trotz sehr guter wirtschaftlicher Rahmen­bedingungen war das Jahr 2017 – bis Anfang Dezember – kein ausgesprochenes Möbeljahr. Insbesondere das erste Halbjahr hat vielen Unternehmen Umsatzrückgänge beschert. Wie viele andere Branchen hat auch der stationäre Möbelhandel einen Frequenzrückgang erlebt.

Nicht wenige Marktteilnehmer reagierten mit Rabattaktionen, die sicher die Umsatzentwicklung zusätzlich negativ beeinflusst haben. Der Frequenzrückgang ist die Folge aus einer offenbar insgesamt gedämpften „Möbellust“, dem zunehmenden Onlinehandelsanteil, aber viel mehr noch aus der Vorinformation und -auswahl der Kunden im Internet. Aktuelle Befragungen belegen, dass für einen Möbelkauf heute im Schnitt nur knapp zwei stationäre Möbelverkaufsstellen aufgesucht werden. Eine erste Analyse der Umsatzentwicklungen über alle Betriebstypen scheint dies zu bestätigen: Unprofilierte Unternehmen verlieren stärker als profilierte und online aktive Unternehmen profitieren stärker als Unternehmen mit einem ausschließlich analogen Fokus. Beides scheint sich zu potenzieren.

Für 2018 müssen wir von einer Verschärfung ausgehen. Das Gradmaß ist davon abhängig, wie sich die aktuelle politische Lage in Deutschland, Europa und der Welt auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirkt. Ein positiver Einfluss durch eine weitere – deutliche – Verbesserung der Wirtschaft scheint illusorisch. Insofern ist anzunehmen, dass der ­Frequenzrückgang, der Preiswettbewerb, aber auch die Konzentration auf allen Wertschöpfungsebenen weiterhin die Struktur im deutschen Möbelmarkt nachhaltig und beschleunigt verändern. Gleichzeitig werden die Themen (digitale) Wahrnehmbarkeit und Leistungsfähigkeit zunehmend den Erfolg entscheiden und damit direkt zusammenhängend: die Personalpolitik. Schon heute begrenzt der Mangel an geeigneten Fachkräften (v.a. bei Auslieferung und Montage) die Leistungsfähigkeit und insbesondere die Expansionsfähigkeit im deutschen ­Möbelhandel.

Ich kann nur raten, weiter an der eigenen Profilierung zu arbeiten und die relevanten Stärken strukturiert und auch mit zielgerichtetem Einsatz der Möglichkeiten der Digitalisierung zu verbessern. Je erfolgreicher dies gelingt, umso unabhängiger ist man von den strukturellen Veränderungen oder kann sogar davon profitieren. Dabei viel Erfolg!

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