Interview mit Sebastian Kerkhoff, Vice President Sales Bonial (kaufDA/MeinProspekt)

Interview mit Sebastian Kerkhoff

"Die Verbraucher informieren sich vermehrt zu Hause über ihre Smartphones"

So etwas wie ein Frühindikator für das Verbraucherinteresse ist Bonial mit den beiden Drive-to-Store-Marketing-Plattformen KaufDa und MeinProspekt. Die digitalen Prospekte inspirieren jeden Monat Millionen Shopper und verbinden sie mit den Stores vor Ort. Die "möbel kultur" fragte Sebastian Kerkhoff, Vice President Sales Bonial, was er gerade aus dem Handel hört, was er vom Lockdown betroffenen Möbelhändlern rät und wie sich die Zugriffszahlen auf digitale Prospekte in diesen Tagen verhalten.

möbel kultur: Herr Kerkhoff, Bonial arbeitet mit den wichtigsten Möbelhändlern in Deutschland zusammen. Was hören Sie in Ihren Gesprächen gerade heraus?

Sebastian Kerkhoff: Die Situation ist für alle neu und auch hoch dynamisch. Wir sind seit letzter Woche im ständigen Austausch mit unseren Ansprechpartnern. Die Unsicherheit ist natürlich überall zu spüren, ob, wann und wie lange Häuser schließen müssen. Gleichzeitig spüren wir eine hohe Dynamik, wenn es um Ansätze und Möglichkeiten geht, die Krise so gut es geht klein zu halten. Das macht uns optimistisch.

möbel kultur: Welches Problem scheint gerade das größte zu sein?

Sebastian Kerkhoff: Die klassischen Möbelhändler setzen einen Großteil des Umsatzes stationär, also in den Möbelhäusern um. Wenn diese schließen, ist das natürlich ein Problem – mit Folgen für Konsumenten, Arbeitsplätze aber auch für die Städte, Kommunen und Regionen.

möbel kultur: Werbung ohne Umsatz – das macht augenscheinlich keinen Sinn, nicht wahr?

Sebastian Kerkhoff: Glücklicherweise haben die meisten Möbelhändler einen Online-Shop, der aktuell natürlich an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig wird sich ein Großteil der Bevölkerung in den nächsten Tagen und Wochen viel und vermehrt über das Smartphone informieren und recherchieren. Vor dieser Zielgruppe mit Werbung aktiv zu sein, macht in jedem Fall Sinn. Die jetzt laufenden Maßnahmen und auch die weitere Entwicklung der „Corona-Krise“ werden vor allem den stationären Einzelhandel vor neue Herausforderungen stellen. E-Commerce und Onlinehandel werden hingegen weiter anziehen. Die Situation zwingt die Menschen zuhause zu bleiben, ihre Ware online zu bestellen.

möbel kultur: Was können die Händler nun tun, um zu werben bzw. um mit den Kunden im Gespräch zu bleiben?

Sebastian Kerkhoff: Es gibt attraktive Ansätze. Wir zum Beispiel haben schon seit einigen Jahren mit "Bonial Dynamic" eine Werbemöglichkeit geschaffen, die unabhängig von Print funktioniert. Dabei erstellen wir auf Basis des jeweiligen Online-Sortiments ein digitales Werbemittel und verlinken auch direkt in den Online-Shop des Händlers. So bleiben die Händler mit unserer attraktiven Zielgruppe im Gespräch und unterstützen gleichzeitig Ihren E-Commerce.

möbel kultur: Wie wird sich das Konsumverhalten bedingt durch diese Krise langfristig ändern?

Sebastian Kerkhoff: Wir glauben nach wie vor an die Kraft und die Bedeutung des stationären Einzelhandels. Gerade Möbel wollen viele erleben und live sehen. Online-Angebote, vor allem die der Pure-Player wie Otto, Amazon, Wayfair werden an Bedeutung gewinnen, je länger die Ausnahmesituation anhält. Ich vermute daher, dass Omnichannel-Ansätze immer wichtiger werden.

möbel kultur: Wie ist die Situation bei Bonial?

Sebastian Kerkhoff: Wir sind seit dem 16. März komplett im Home Office – voll funktionsfähig und gerüstet. Durch die Krise und entstandene Verunsicherung sind wir im engen Kontakt mit unseren Kunden und Partnern, um diese zu begleiten und zu beraten. Einzelne Möbelprospekte, die einen klaren stationären Fokus hatten, wurden pausiert. Vielfach ersetzen wir diese mit "Bonial Dynamic"-Projekten und -Kampagnen, die den Online-Shop unterstützen.

möbel kultur: Was entwickeln sich gerade die Zugriffszahlen auf digitale Prospekte? Ist der Einbruch bereits da?

Sebstian Kerkhoff: Ganz im Gegenteil. Wir verzeichnen aktuell erhöhte Zugriffszahlen, da unsere Nutzer vermehrt zu Hause bleiben und sich über digitale Kanäle informieren. Die Geschäfte sind vielerorts geschlossen, das Smartphone immer offen und aktuell.
 

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