GfK
Die Verbraucher in Europa lassen die Köpfe hängen
Der Optimismus in Europa lässt nach: Während der vergangenen drei Monate ist die Konjunkturerwartung in nahezu allen betrachteten Ländern gesunken, zum Teil sehr deutlich. Auch bei der Einkommenserwartung sowie der
Der Optimismus in Europa lässt nach: Während der vergangenen drei Monate ist die Konjunkturerwartung in nahezu allen betrachteten Ländern gesunken, zum Teil sehr deutlich. Auch bei der Einkommenserwartung sowie der Anschaffungsneigung scheint der aufwärts gerichtete Trend laut des GfK Konsumklima Europa gebrochen.
Zu den Gründen gehört, dass Deutschland derzeit nicht mehr als Konjunktur-Lokomotive fungiert. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung sogar leicht um 0,2 Prozent zurückgegangen. Im dritten Quartal soll sie laut Experten wieder wachsen – allerdings nur leicht. Während die deutschen Verbraucher nach wie vor gern einkaufen, kämpft der exportorientierte Teil der Wirtschaft mit der schwachen Nachfrage im Ausland. Hinzu kommen die aktuellen Großkonflikte wie die Ukraine-Krise und die Bedrohung durch die IS. Dies verunsichert die Menschen. Und so ist der GfK Konsumklimaindex für alle 28 Länder der EU, der im Juni mit 9,1 Punkten den höchsten Wert seit April 2008 erreicht hatte, seitdem um fast fünf Punkte gefallen. Im September lag er nur noch bei 4,2 Zählern.
In Deutschland hat sich die Verbraucherstimmung im letzten Quartal deutlich verschlechtert. Erreichte die Konjunkturerwartung im Juni mit 46,2 Punkten den höchsten Stand seit drei Jahren, ist sie seither mit einem Minus von knapp 42 Punkten regelrecht eingebrochen. Aktuell liegt der Indikator bei 4,4 Zählern. Die Einkommenserwartung verzeichnete im Juli mit 54,7 Punkten den höchsten Wert seit 1991. Inzwischen ist er gesunken, liegt aber mit aktuell 43,4 Zählern immer noch auf sehr hohem Niveau.?Auch die Anschaffungsneigung ist im vergangenen Quartal um rund 10 Punkte gesunken – von 53,2 auf nun 42,5 Punkte.
In Frankreich trauen die Verbraucher ihrer Wirtschaft nach wie vor kein Wachstum zu. Die Konjunkturerwartung ist in den vergangenen drei Monaten um 6,5 Punkte gesunken und liegt aktuell bei -26,8 Zählern. Auch ihre Einkommen werden weiterhin sinken – glauben die Franzosen. Der entsprechende Indikator liegt mit -36,4 Punkten nur leicht über seinem Wert von Juni dieses Jahres. Bei diesen Rahmenbedingungen wundert es nicht, dass die Verbraucher keine Lust zum Einkaufen verspüren. Die Anschaffungsneigung ist über den Sommer um mehr als fünf Punkte gefallen und liegt derzeit bei -29,8 Zählern.
Obwohl die Wirtschaft in Großbritannien deutlich wächst, sind die Verbraucher für die nächsten Monate nicht mehr so zuversichtlich wie noch im Juni. Die Konjunkturerwartung ist um mehr als 13 Punkte zurückgegangen. Mit 24,6 Zählern ist sie aber noch auf einem sehr guten Niveau. Bei ihren Einkommen erwarten die Briten keine Verbesserung. Der Indikator ist im Sommer um 6,5 Punkte gefallen und liegt aktuell bei 1,5 Zählern. Das ist der niedrigste Wert seit Dezember letzten Jahres. Lediglich die Anschaffungsneigung konnte leicht auf -2,2 Punkte zulegen.
Die Italiener sehen sich nach wie vor in der Krise. So ist in Italien die Konjunkturerwartung deutlich gesunken und lag im September bei -28,7 Zählern. Das ist ein Unterschied von 15,7 Punkten im Vergleich zu Juni. Auch die Hoffnung auf steigende Einkommen haben die Italiener im Sommer wieder begraben. Während der Indikator im Mai dieses Jahres mit 4 Punkten den höchsten Stand seit Juni 2009 erreicht hatte, fiel er bis September auf -14,5 Punkte. Damit liegt er in etwa auf dem gleichen Niveau wie im Februar. Einzig die Anschaffungsneigung hat sich verbessert. Sie liegt mit -6,4 Zählern zwar noch im negativen Bereich, hat aber seit Juni sichtbar zugelegt. Der Indikator verzeichnet somit den höchsten Wert seit Mai 2011.
Spaniens Wirtschaft wächst seit Anfang dieses Jahres wieder kräftig, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau aus. Inzwischen ist auch bei den Verbrauchern das Vertrauen zurückgekehrt. Sie gehen auch für die nächsten Monate von einer besseren konjunkturellen Entwicklung aus. Der entsprechende Indikator lag im September bei 24,5 Punkten. Im August hatte er mit 31,1 Zählern den höchsten Stand seit Oktober 1999 erreicht.?Die Einkommenserwartung ist hingegen seit Juni leicht gesunken und liegt derzeit bei 5,4 Punkten. Mit -9,1 Punkten befindet sich die Anschaffungsneigung noch im negativen Bereich.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren