Poggenpohl

Die Traditionsmarke wechselt den Besitzer

Schon länger stand Poggenpohl im Verkaufsregal: Jetzt wurde der gesuchte Investor gefunden. So wird die Münchener Industrieholding Adcuram Group AG 98,57 Prozent der Anteile an dem Herforder Küchenhersteller erwerben – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Der Kaufvertrag wurde heute mit dem bisherigen Mehrheitsgesellschafter, dem schwedischen Nobia-Konzern, unterzeichnet.

Nobia hatte das 1892 von Friedemir Poggenpohl gegründete Unternehmen im Jahr 2000 übernommen. Der Umsatz 2015 lag laut Adcuram bei 110 Mio. Euro, inklusive 36 eigenen Stores. Der letzte Mitarbeiterstand im September waren 470 Beschäftigte.

Nobias CEO Morten Falkenberg spricht von begrenzten Synergien mit der Gruppe als Hintergrund des Verkaufs, sodass die deutsche Luxusküchenschmiede nicht die Erwartungen an den Profit erfüllen konnte. Bis September 2016 stand das Ebit mit 1,3 Mio. Euro im Minus.

„Mit dem Erwerb der Mehrheit an Poggenpohl beteiligen wir uns an einem der weltweit führenden Hersteller von Luxusküchen. Wir freuen uns darauf, die Erfolgsgeschichte dieser herausragenden und traditionsreichen Marke fortzuschreiben“, erklärt Thomas Probst, Vorstand von Adcuram. Um das Unternehmen für die Zukunft zu stärken, sind unter anderem Investitionen in die Positionierung der Marke Poggenpohl, den Ausbau des Produkt-Portfolios, die Unterstützung der Handelspartner, die eigenen Stores und die Optimierung der Produktionsabläufe geplant.

Die Industrieholding Adcuram investiert in Nachfolgeregelungen und Konzernabspaltungen und ist pragmatischer Partner für Mittelstand und Konzerne. Die Zulieferbranche kennt den Investor durch die Übernahme des Maschinenbauers Ima Klessmann, der aber Ende 2015 wieder verkauft wurde.

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