Hofmeister
Die neue Stärke des EMV-Mitglieds
Wieder einmal wurde ein mittelständischer Großflächenanbieter übernommen. Doch statt an die österreichische XXXLutz-Gruppe geht Möbel Borst mit Wirkung zum 1. April an Hofmeister. Verkauft ist das Haus damit allerdings noch
Wieder einmal wurde ein mittelständischer Großflächenanbieter übernommen. Doch statt an die österreichische XXXLutz-Gruppe geht Möbel Borst mit Wirkung zum 1. April an Hofmeister. Verkauft ist das Haus damit allerdings noch nicht, sondern nur verpachtet, sodass Franz Borst immer noch Eigentümer der Immobilie ist. „Ich bin glücklich, dass mein Möbelhaus weiterhin ein mittelständisches Unternehmen bleibt und nicht von einem internationalen Konzern geschluckt wird“, sagte Franz Borst gegenüber der „Südwest Presse“. Wen er damit meint, dürfte allen in der Branche klar sein. Ist dies ein Zeichen dafür, dass die Möbelhandelsunternehmer eine neue Sensibilität in Bezug auf die Fortführung ihrer Lebenswerke zeigen? Bereits Ende letzten Jahres verkaufte Lorenz Smidt (Einrichtungspartnerring VME) an seinen Wettbewerber Ostermann (Begros). Hardeck übernahm 2014 seinen Verbandskollegen Staas und im Juli 2015 auch noch Vonnahme (ebenso Union) und avancierte damit zum Filialisten. Wenn diese Vorgehensweise Schule machen sollte, könnte dies den Konzentrationsprozess zumindest etwas abschwächen.
Der Zusammenschluss von Hofmeister mit Borst war offenbar von langer Hand geplant. Die beiden Familien sollen sich bereits seit ca. zehn Jahren gekannt haben. Über die gemeinsame Verbandsarbeit beim EMV seit letztem Jahr entstand daraus offenbar ein vertrauensvolles Verhältnis. Während für Franz Borst damit die Nachfolge für sein Möbelhaus, das im übrigen auch künftig weiter unter dem Namen firmieren soll, geklärt ist, sieht Frank Hofmeister darin „eine strategische Expansion in einer von starkem Konzentrationsdruck geprägten Branche“. Ein Blick auf die Landkarte macht deutlich, dass das EMV-Mitglied sein angestammtes Gebiet zwischen Heilbronn, Bietigheim, Leonberg und Sindelfingen nun noch weiter in die Alb ausdehnt. Was seine Position insgesamt stärkt. Denn von seinem Logistikzentrum in Bietigheim aus konnte diese Region bisher nicht bedient werden. Da die Wettbewerbssituation rund um den Stuttgarter Raum mit drei XXXL-Standorten (Ludwigsburg, Fellbach und Böblingen), Möbel Rieger (Einrichtungspartnerring VME) in Reutlingen und Göppingen, Möbel Rogg in Balingen und Wohnland Reutlingen sowie Unionsmitglied Braun in Reutlingen – um nur einige zu nennen – ohnehin schon angespannt ist, ist dieser Schritt nur logisch. Zumal Borst vom Sortiment und seiner Unternehmensphilosophie offenbar gut zu Hofmeisters Vermarktungskonzept passt. In den kommenden Wochen wolle Frank Hofmeister in Ehingen vor allem zuhören und zuschauen, um zu verstehen, wie der Betrieb läuft, sagte er gegenüber der Tagespresse. Was sich erst einmal nicht danach anhört, dass das EMV-Mitglied den rund 250 Mitarbeitern einen völlig neuen Stil überstülpen will. Personelle Änderungen soll es jedoch beim Hausleiter geben, da Franz und Claudia Borst ausscheiden werden. Zudem soll die Stelle des Küchenvertriebsleiters besetzt werden, der bisher noch nicht existierte, sowie ein Spezialist für die Fachsortimente platziert werden.
Hofmeister erzielte laut aktuellem Special „Umsätze 2016” der „möbel kultur“ im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 200 Mio. Euro und liegt damit im Ranking des deutschen Möbelhandels auf Platz 23. Frank und Manfred Hofmeister betreiben drei Einrichtungshäuser in Bietigheim-Bissingen (über 50.000 qm), Leonberg (30.000 qm) und Sindelfingen (rund 40.000 qm) sowie einen Küchenfachmarkt in Heilbronn (über 80 Musterküchen).

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