Eine Finanzspritze für die kroatische Möbelindustrie verspricht das gerade aufgelegte Industriestrategieprogramm der Regierung. (Flagge: Wikipedia)

Kroatien

Die Möbelindustrie wird zur "strategischen Branche" erklärt

Der Druck hat Wirkung gezeigt. Denn zunächst stand die kroatische Möbelindustrie außen vor. Das Industriestrategiepaket der Regierung, das die lokale Wirtschaft bis 2020 moderner und leistungsfähiger machen soll, umfasste zunächst nur die Sektoren Pharma, Metallproduktion, Computer und Elektronik sowie Elektrotechnik, Maschinenbau und Softwareentwicklung. "Nach längerem Tauziehen wurde der Kreis strategischer Branchen um solche mit hohen Exporten und Gewinnen sowie großer Beschäftigungswirkung erweitert", schreibt das GTAI (Germany Trade & Invest). Dementsprechend rücken nun die Nahrungsmittel- und die Möbelindustrie nach.

Das Strategieprogramm hat ein Volumen von sieben Mrd. Euro - mit einem Rahmen für EU-Kofinanzierungen von knapp zwei Mrd. Euro bis 2020. Das zweite Operationelle Programm (OP) für Effizienzsteigerungen im Bereich Human Ressources umfasst weitere Mittel von nahezu 1,6 Mrd. Euro. Wohin die Gelder fließen, dürfte erst nach dem Einreichen der Projektvorschläge deutlich werden. Für Vorhaben mit hohem Innovationsgehalt können grundsätzlich auch große Unternehmen zugelassen werden, und damit auch ausländische, obwoghl ein Schwerpunkt der Förderung auf kleinen und mittelständischen Betrieben (KMU) liegen soll.

Erika Anders-Clever vom GTAI schreibt: "Die Industriestrategie zielt auf ein durchschnittliches Jahreswachstum im verarbeitenden Gewerbe von 2,85 Prozent bis 2020 ab. Sie kann dieses Wachstum im ersten Jahr nach dem EU-Beitritt voraussichtlich schon erreichen. In den fünf Jahren davor war die Produktion ununterbrochen geschrumpft. 2013 lag ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt nur noch bei knapp 14 Prozent."

Führend beim Produktionswachstum sind im laufenden Jahr die Sparten Papier (+8,3%) und Druckerzeugnisse (+12,3%), Pharma (+10,9%), Gummi- und Kunststoffprodukte (+16,1%), Computer, Elektronik und Optik (+8,7%), Maschinen (+6,7%) sowie Möbel (+9,7%).

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