EHI Retail Institute

Die Logistik wird grün

Eine neue Studie von EHI und Fraunhofer definiert Trends der Handelslogistik. Das Ergebnis der Untersuchung, an der 40 Speditionen aus führenden Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen haben:

Eine neue Studie von EHI und Fraunhofer definiert Trends der Handelslogistik. Das Ergebnis der Untersuchung, an der 40 Speditionen aus führenden Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen haben: Der Handel will seine Transporteffizienz erhöhen und sieht großes Potenzial in nachhaltiger Logistik.
Doch auch das Thema Flexibilität steht auf der Agenda. 80 Prozent der Studienteilnehmer messen dem kurzfristigen Nachfrageverhalten der Konsumenten sowie der Konjunkturentwicklung eine hohe Bedeutung für die eigene Strategieplanung bei. Warenbestände werden kurzfristiger verfügbar sein müssen, um die Bestandskosten zu minimieren. Bei fast 80 Prozent aller befragten Händler steht der Einsatz, zumindest aber die Erprobung von neuen Forecasting-Systemen im Lager auf der To-do-Liste. Die an ihren Einsatz geknüpften Erwartungen sind hoch: Innerhalb von drei Jahren rechnet der Handel mit einer Erhöhung der Prognosegenauigkeit auf 84 Prozent, was einer Steigerung von immerhin zehn Prozent entspricht. Auch zu den Lieferanten wird eine intensivere Vernetzung angestrebt. 34 Prozent der teilnehmenden Händler arbeiten bereits mit Lieferantenportalen, weitere 43 Prozent planen ihren Einsatz oder testen sie aus.
Unabhängig von Konjunktur- und Nachfrageentwicklungen wird das Thema Nachhaltigkeit in der Handelslogistik von 89 Prozent der Befragten als "sehr wichtig" oder "wichtig" eingeschätzt. Nachhaltige Logistik heißt für den Handel zunächst Erhöhung der Transporteffizienz. Hier gibt es noch viel Potenzial. Das gilt auch für die Technik: 64 Prozent der Händler haben bisher keine alternativen Antriebstechnologien für ihre Fahrzeuge vorgesehen. Vor dem Hintergrund steigender Transport- und Energiekosten, gilt es abzuwarten, wie lange diese reservierte Haltung bestehen bleiben wird. Vorerst geht der Handel nur von einem geringfügig steigenden Anteil an Fahrzeugen mit neuen Technologien auf etwa acht Prozent in den nächsten drei Jahren aus. Ähnlich zurückhaltend geht man mit dem Einsatz regenerativer Energiequellen im Lager um. Für die 51 Prozent der Händler, die diesen Schritt noch nicht gehen, stehen offensichtlich Investitions- und Rentabilitätsfragen im Vordergrund.