Thorsten und Dieter Hilpert: Die beiden stellen die Führungsstruktur der Bega-Gruppe für die Zukunft auf.

Bega-Consult

Die Herausforderungen eines Marktführers

Das Selbstbewusstein der Bega-Akteure rührt ja nicht von ungefähr, sondern von Umsatzgröße. Und da spielt die Import- und Servicegesellschaft mit 455 Mio. Euro im vergangenen Jubiläumsjahr heute in einer eigenen Liga. Immerhin waren das 50 Mio. mehr als ursprünglich budgetiert. Dass das aber auch bedeutet, dass alle Prozesse bis aufs Letzte ausgereizt werden müssen, versteht sich von selbst. Insofern steht die Kapazitätssicherung für den Hilpert-Trupp nach wie vor ganz oben auf der Agenda, zumal die Preissteigerungen in Polen auf die Liquidität drücken. Mit dem ukrainischen Produzenten Mebli Blonski ist 2019 ein aussichtsreicher Lieferant hinzugekommen, allerdings war die Liefermenge geringer als geplant. "Das braucht noch ein bisschen Zeit", kommentiert Dieter Hilpert, der ja nicht zum ersten Mal einen osteuropäischen Produzenten für den deutschen Markt mobilisiert. Fünf Mio. Euro Aufragsvolumen dürften es mittelfristig aber schon sein. Insgesamt sind zwei neue Lieferanten aus der Ukraine und vier neue aus Weißrussland hinzugekommen. Der gerade abgeschlossene Vertrag mit Black Red White wirkt in diesem Zusammenhang aber dennoch wie ein Brustlöser, denn die polnische Industriegröße steht für einen wesentlichen Anteil des Bega-Sortiments und ist seit Jahren ein verlässlicher und eingespielter Partner.

Alle Firmen-Divisionen haben im letzen Jahr plus gemacht, die drei besonderen Erfolgsstories seien aber wieder der Schlafzimmerbereich gewesen, außerdem habe Wolfgang Bochert mit seinem Polster-Portfolio erneut überdruchschnittlich zulegen können. Last not least haben Küchen einen enormen Umsatzanstieg verzeichnen könne, was aber weniger aufs Holz als auf die Geräte zurückzuführen ist. Der Handel hat das Basis-Paket inklusive E-Geräte dankend angenommen.

Aber auch an der Bega-Gruppe geht die zunehmende Konzentration auf Handelsseite nicht spurlos vorüber. Trotz des gewaltigen Umsatzspungs ist die Rendite im vergangenen Jahr gleich geblieben und das obwohl man verbunden mit der Formaldehyd-Thematik sogar Preissteigerungen durchbringen konnte. Der Rendite-Ausbau steht also auch auf dem Programm für 2020. Gerade mit dem filialisierten Handel müsse man deshalb immer wieder Gespräche führen, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleiche. "Die Einkäufer tendieren dazu, im Vergleich mit den Einkaufspreisen, die von den eigenen Einkaufsabteilungen erzielt werden, wesentliche Kosten zu unterschlagen. Bei uns sind Reisekosten, Qualitätskontrollen und alle sonstigen Herausforderungen, die mit dem Importgeschäft zusammenhängen, inklusive."

Mit dem Zugang von Dirk Pohlmann, der vom Konkurrenten Trendteam zu Bega gewechselt ist, stellt die Bega-Gruppe die Weichen für die Zukunft. Pohlmann soll Thorsten Hilpert entlasten, der sich zunehmend um strategische Themen im Unternehmen kümmern will - gemeinsam mit Geschäftsführer Rüdiger Schliekmann. Dieter Hilpert, installiert parallel dazu einen Beirat, der eine aktive Rolle im Unternehmen spielen soll. Denn der Senior wolle sich im Jahresverlauf etwas zurückziehen. Er lacht dabei: "Dieses Mal wirklich."

 

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