ZVEI
Die fünf Thesen des Dr. Zinkann
Wie kann die Haushaltsgeräte-Branche den Herausforderungen des Marktes erfolgreich begegnen? Mit dieser Frage hat sich Dr. Reinhard Zinkann, Vorstandsmitglied des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI sowie Geschäftsführender Gesellschafter Miele &
Wie kann die Haushaltsgeräte-Branche den Herausforderungen des Marktes erfolgreich begegnen? Mit dieser Frage hat sich Dr. Reinhard Zinkann, Vorstandsmitglied des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI sowie Geschäftsführender Gesellschafter Miele & Cie KG befasst. In einer Keynote am Sonntag auf der "Ifa" stellte er fünf Thesen auf, warum es für die Hersteller nicht ausreicht, ihre Produkte als nachhaltig zu bezeichnen. Er muss für dieses Konzept der Nachhaltigkeit auch selbst eintreten. Der erste Grund dafür: Nachhaltigkeit wird als Imagefaktor immer wichtiger. Sie werde sich zu einem Leitprinzip der Gesellschaft entwickeln, müsse allerdings glaubhaft bleiben. Der springende Punkt dabei sei die Frage, ob sich "die Verantwortung und Weitsicht, die eine Marke dem Besitzer verspricht, tatsächlich in ein Wohlgefühl" umwandeln lässt. Damit bleibe zweitens die Energieeffizienz eine wichtige Voraussetzung für den Markterfolg. Viele Haushaltsgeräte seien heute zwar wesentlich sparsamer als vor einigen Jahren, doch werde abgewogen, ob sich die Mehrinvestition von einigen Hundert Euro für die symbolische Menge von nur 6,5 Litern Wasser pro Spülmaschine statt sieben oder acht lohne, so Zinkann. "Der Abwägungsprozess der Verbraucher wird zwar anspruchsvoller doch Energieeffizienz bleibt ein großer Zugfaktor am Markt". Drittens: Wer sich behaupten möchte, müsse das Thema Nachhaltigkeit auch als umfassendes Unternehmensprinzip leben. Dazu gehörten auch die langfristige Sicherung von Arbeitplätzen mit Bekenntnis zur heimischen Produktion, eine maßvolle Gewinnausschüttung und der respektvolle Umgang mit den Mitarbeitern. Viertens: Der zentrale Erfolgsfaktor bleibe das nachhaltig konzipierte Produkt, das auch nach Jahren noch schön aussieht. Hierbei prognostiziert Zinkann gerade auch Dampfgarern eine gute Zukunft. Fünftens: Nachhaltige Partnerschaften zwischen Herstellern und Händlern werden für einen längerfristigen Erfolg unabdingbar. Kunden seien schließlich bei einer guten Beratung und einer großzügigen Produktpräsentation eher bereit, Investitionen zu tätigen. "Wir stehen in der Pflicht, Händler möglichst effizient von einem Produkt überzeugen zu können." Nur bei Erfüllung dieser Thesen, mache Nachhaltigkeit wirklich Sinn, so Zinkann weiter.

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