Der Corona-bedingte Umsatzrückgang trifft die Sparte Tischkultur stärker als den Bereich Bad und Wellness.

Villeroy & Boch

Die erwartet schwache Halbjahresbilanz

Die Corona-Pandemie verhagelt auch bei Villeroy & Boch die Bilanz. Im ersten Halbjahr erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 340,7 Mio. Euro (inkl. Lizenzerlöse) und lag damit um 52,5 Mio. Euro bzw. 13,4 % unter Vorjahr. Dabei waren die Umsatzrückgänge bei der Tischkultur (-26 Mio. €, -21,7 %) deutlich stärker zu spüren als im Bereich Bad und Wellness (-26 Mio. €, -9,7 %). Vor allem das zweite Quartal stand mit einem Umsatzrückgang von insgesamt 37,2 Mio. Euro bzw. 19 % ganz im Zeichen der Corona-Krise.

Abgeschlossen hat der Konzern das erste Halbjahr 2020 hat mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von -10,0 Mio. Euro. Nachdem im ersten Quartal 2020 noch ein Gewinn ausgewiesen werden konnte (+4,3 Mio. €), verminderte sich das Ergebnis im zweiten Quartal um 21,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr.

Der Bereich Bad und Wellness erzielte einen Umsatz in Höhe von 245,4 Mio. Euro (Vorjahr: 271,6 Mio. €). Besonders stark zurück ging er in den Geschäftsfeldern Sanitärkeramik (-11,9 %) und Wellness (-11,6 %) zu verzeichnen. Demgegenüber steht eine erfreuliche Umsatzsteigerung von 0,7 % im Geschäftsfeld Armaturen. Im zweiten Quartal gestaltete sich das Geschäft für Villeroy & Boch in den stark von der Pandemie betroffenen Ländern mit härteren Lockdown-Maßnahmen (Großbritannien -61,8 %, Italien -58,4 %, Frankreich -37,6 % und China mit -28,7 %) als besonders schwierig. Dagegen war die Geschäftsentwicklung in weniger betroffenen Ländern wie Deutschland (+1,5 %), Niederlande (+6,9 %) und Schweden (+4,1 %) positiv. Für das zweite Halbjahr 2020 erwartet der Konzern aufgrund der vor allem seit Juni gestiegenen Auftragseingänge eine Verbesserung der Umsatzsituation.

Beim Sektor Tischkultur betrug der Umsatz im ersten Halbjahr 93,9 Mio. Euro (Vorjahr: 120,1 Mio. €) und lag damit 21,7 % unter dem Vorjahr. Die Corona-bedingten Umsatzrückgänge wirkten sich auf alle Vertriebskanäle mit Ausnahme des E-Commerce aus. Hier konnte mit den E-Commerce-Aktivitäten erfreulicherweise ein Umsatzplus von 26,0 % erreicht werden. Dagegen verzeichneten die eigenen Einzelhandelsgeschäfte einen Umsatzrückgang von -34,4 %. Im Geschäft mit den stationären Handelspartnern musste ein Umsatzrückgang in Höhe von -21,3 % hingenommen werden. Auch das Projektgeschäft mit Hotel- und Restaurantkunden war im ersten Halbjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von -47,0 % sehr stark durch die Pandemie beeinträchtigt.

Das Investitionsvolumen lag bei 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 10,0 Mio. €). Obwohl die weltweite Corona-Pandemie Prognosen für das zweite Halbjahr schwierig macht, ist der Vorstand der Villeroy & Boch AG optimistisch, den Verlust im operativen EBIT aus dem ersten Halbjahr kompensieren und somit für das Gesamtjahr ein positives Ergebnis auszuweisen zu können, das jedoch deutlich unter Vorjahr liegen wird.

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