Die Deutschen wollen eine tolle Küche.

Siemens Trendreport

Die Deutschen wollen eine tolle Küche

Küche vor Auto: In einer repräsentativen Umfrage des Zukunftsinstituts im Auftrag von Siemens geben 57 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine "tolle Küche" wichtig ist. Das Auto (29 %) landet deutlich abgeschlagen auf Rang zwei vor Hi-Fi-/Videoanlage (8 %) sowie Smartphone und Tablet (7 %). Dem entspricht ein starker Trend zur kreativen Hausarbeit. Zwei Drittel der Teilnehmer geben an, dass ihnen Kochen Spaß macht, 59 Prozent gehen gerne einkaufen.

Die Umfrage ist Teil eines Trendreports zum Thema "Future Living - Lebenswelten für das 21. Jahrhundert", den Siemens zur Ifa veröffentlicht. Er zeigt eine Gesellschaft im Umbruch: Veränderte Rollenbilder von Alter, Geschlechtern und Familie führen zur Entwicklung neuer Lebens- und Wohnmodelle. Die daraus resultierende Individualisierung stellt derzeit einen der wichtigsten sozioökonomischen Megatrends dar.

Zugleich macht die zunehmende Mobilität aus ehemals sesshaften Bürgern moderne Nomaden, denen das vorausschauende Organisieren immer schwerer fällt. Die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts wird zunehmend zur Adhoc-Gesellschaft. Alltag findet irgendwo zwischen Zuhause, Arbeitsstelle und zahlreichen "Third Places" statt. Dieses "Dazwischen" verlangt nach einem neuen Zeitmanagement. Dabei werden Smartphones und Tablets vor allem für die Digital Natives eine Schlüsselrolle spielen. Auch Hausarbeit wird vor diesem Hintergrund neu wahrgenommen. Auf der einen Seite stehen ungeliebte Tätigkeiten wie Backofen reinigen - 59 Prozent der Befragten hassen diese Aufgabe. An zweiter Stelle folgt das Kühlschrank saubermachen (43 %) und Fensterputzen (42 %). To-Dos dieser Art werden gerne an die Technologie abgegeben.

Auf der anderen Seite gibt es Hausarbeiten, die glücklich machen. Dazu zählen Kochen, Einkaufen, Gärtnern oder Handarbeiten. Im Zuge des sogennanten Cottage-Trends, als "Gegentrend einer beschleunigten, digitalisierten, urbanen Lebenswelt" erfahren sie sogar eine starke Idealisierung. Produktive Hausarbeit steigt zum Statussymbol auf - ebenso wie die Küche als Ganzes.?Ihr kommt auch eine Schlüsselstellung im Gemeinschaftsleben zu. Sie ist flexible Kernzone und Kommunikationszentrale. 73 Prozent der Befragten unterhalten sich in der Küche, 63 Prozent telefonieren dort und 27 Prozent surfen im Internet. Überraschend: Mehr als die Hälfte nutzen die Küche zum Arbeiten im Sinne einer Erwerbstätigkeit.

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