Debatte um Jochen Witt

Die Branche wehrt sich

Die Köln-Ausgabe der BILD-Zeitung vom vergangenen Freitag hat den Kölner Messechef Jochen Witt scharf unter Beschuss genommen. BILD titelte: "Das Witt nichts mehr in Köln" und attackierte in schlimmster Boulevard-Manier

Die Köln-Ausgabe der BILD-Zeitung vom vergangenen Freitag hat den Kölner Messechef Jochen Witt scharf unter Beschuss genommen. BILD titelte: "Das Witt nichts mehr in Köln" und attackierte in schlimmster Boulevard-Manier mitten hinein in die laufende imm cologne. Angeblich würden die kritischen Stimmen gegen Witt immer lauter, sein Vertrag würde auslaufen, und – Zitat: "Er ließ immer wieder durchblicken, dass er den Neubau der Messehallen lieber selbst als durch den Oppenheim-Esch-Fonds abgewickelt hätte."
In der Fachbeiratssitzung vom Samstag konterte jetzt die Möbelbranche. VDM-Vizepräsident Michael Stiehl am 20. Januar: "Meines Erachtens handelt es sich hierbei um eine Diskussion im Rahmen des Kölner Klüngels um die Messefinanzierung. Herr Witt als Geschäftsführer war richtigerweise gegen diese Form der Finanzierung, weil sie für die Messe zu teuer kam. Die Politik hat sich aber durchgesetzt." Stiehl weiter: "Witt hat diesbezüglich meine volle Unterstützung. Er hat die Kritikpunkte offen angesprochen und war gleichzeitig loyal zum Aufsichtsrat. Anders kann ein verantwortungsvoller Manager nicht handeln."
Inzwischen mehren sich auch die Stimmen aus den Kölner politischen Parteien, die sich hinter Witt stellen. Witt selbst, so die Kölnische Rundschau, will sich durch eine öffentliche Diskussion nicht vom Kurs abbringen lassen. Witt wörtlich: "Unverständlich und in höchstem Maße unprofessionell ist es, diese Diskussion zu einem Zeitpunkt zu lancieren, zu dem die Stadt Köln Gäste aus aller Welt zu Besuch hat."