Dirk-Uwe Klaas im Interview

Die Bräute werden nicht hübscher

"Der Zustand der deutschen Möbelindustrie kann sich nicht dramatisch ändern. Er ist jetzt schon dramatisch." Deutliche Worte von Dirk-Uwe Klaas. Während eines Kamingesprächs mit der "möbel kultur" bezog der VDM-Geschäftsführer Position. Unter anderem zur Herstellerkonzentration. Seiner Meinung nach haben die zehn größten Hersteller in den Sparten Kastenmöbel, Küchen und Polstermöbel zusammen einen Marktanteil von 70 bis 80 Prozent. Und von den 1.000 Unternehmen seines Verbandes "spielen maximal 50 Prozent am Markt eine Rolle".

Mit markanten Änderungen im Markt durch den Einstieg internationaler Kapitalgeber rechnet Klaas in den kommenden drei Jahren nicht. Selbst wenn zum Beispiel Rauch nicht mehr Rauch und Cor nicht mehr Lübke gehören würde. "Denn das tangiert die Spielregeln ja nicht, die auf dem Inlandsmarkt zwischen Handel und Industrie herrschen. Die Veränderung ist doch nicht vom Kapital abhängig, sondern von den Verhältnissen des Marktes. Die müssen sich ändern, ob nun die Heuschrecken kommen oder weiße Ritter." Außerdem seien bisher ja lediglich zwei bis drei Fonds eingestiegen. Die kommen nicht, "weil über Nacht in der Möbelindustrie hübsche Bräute herangewachsen sind". Und sie ändern nichts an den Strukturproblemen der Branche.

Als eines der zentralen Probleme benennt Dirk-Uwe Klaas neben der Handelskonzentration die "Kooperationsphobie" der Industrie. Denn: "Je länger sich unsere Unternehmer misstrauisch beäugen, umso stärker lassen sie sich gegeneinander ausspielen." Nicht einmal die Präambel "Gewinnen können wir nur gemeinsam" wäre konsensfähig. Von der Hilfe auf Beschaffungsmärkten, gemeinsamen Logistikzentren oder Vertikalisierung ganz zu schweigen. So lautet sein Fazit: "Wir sind nicht auf Augenhöhe. Das führt zu Leidensdruck."

Das gesamte Gespräch lesen Sie in der Januar-Ausgabe der "möbel kultur".

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